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Vom Wald auf die Bühne: Mozarts Jugendwerk "La finta giardiniera"

Vom Wald auf die Bühne: Mozarts Jugendwerk "La finta giardiniera"

Wolfgang Amadeus Mozart war erst 18 Jahre alt, als er die Oper "La finta giardiniera" schrieb. Ein Auftragswerk für den Münchner Fasching, bunt, prall, wild - und mit Happy End. Das Grand Théâtre Luxemburg liefert nun die Chance, die selten gespielte Komödie kennenzulernen.

Luxemburg/Aix-en-Provence. Es war ein schöner, wenn auch ziemlich frischer Sommerabend im Juli 2012 in der Domaine Grand St. Jean, einem verfallenen Waldschloss in der Nähe von Aix. Mit nichts als der Natur im Bühnenhintergrund zauberten Regisseur Vincent Boussard und Ausstatter Vincent Lemaire eine Open-Air-Oper in die Landschaft, mal turbulent, mal melancholisch, mit einem tollen jungen Sängerteam und dem Mozart-Spezialisten Andreas Spering am Dirigentenpult des Ensembles Le cercle de l\'harmonie. Das in dicke Decken eingemummelte Publikum war begeistert.
Es dürfte etwas wärmer zugehen, wenn das Grand Théâtre Luxemburg kommende Woche als Kooperationspartner das Werk vorstellt. Fast das komplette Ensemble um die gefeierte junge Sopranistin Sabine Devielhe ist dabei, ergänzt durch große Talente wie Lucy Hall und Nathan Hale. Sie erzählen die Geschichte der Adligen Violante, die von ihrem eifersüchtigen Geliebten niedergeschlagen wird und sich, vermeintlich tot, als falsche Gärtnerin auf einem Landgut verdingt, wo sie den allzu heißblütigen Verehrer vermutet, den sie immer noch liebt. Wirrungen, Täuschungen, Verwechslungen - und am Ende drei Hochzeitspaare: So feierte man 1775 Karneval.
Andreas Spering arbeitet mit dem Originalklang-Ensemble die Finessen der Mozart\'schen Musik heraus, Boussard verführt seine Sänger zu eindrucksvoller Spiel-Kunst. Ein für Mozart-Fans unverzichtbarer Abend. DiL
20. und 22. März im Grand Théâtre. Info: www.theatres.lu