Von Hundehaufen, Lurchen und Liebe
Echternach · Egal, ob er eine Ode an Steve Jobs oder einen Song, in dem sich alles auf das Wort Lurch reimt, singt: Kabarettist Bodo Wartke hat das Publikum im Echternacher Trifolion von Beginn an auf seiner Seite. Denn der gewitzte Wortakrobat überzeugt nicht nur mit seinen Songs, sondern auch mit seinen musikalischen Qualitäten.
Echternach. Ein Mann, ein Flügel und ein aufmerksames Publikum. Das klingt nach wenig. Doch Kabarettist Bodo Wartke hat zwei wirksame Waffen, mit denen er sein Publikum in Schach hält: spitzfindige Texte und feinsinnigen, sarkastischen Humor, der den Zuschauern vor Lachen die Tränen in die Augen treibt.
Der deutsche Entertainer ist zum ersten Mal in Luxemburg, und damit auch im Echternacher Trifolion, zu Gast. Doch Berührungsängste hat der smarte, bebrillte Wartke nicht. In schwarzem Anzug, Weste und quietsch-gelbem Hemd bringt er das Publikum gleich zu Beginn zum Lachen.
Im Selbstgespräch versucht er sich zu überreden, doch seine neuen Songs - alles Liebeslieder, eingeteilt in zig verrückte Kategorien - zu präsentieren. Nach dem Song über die Tochter eines Schönheitschirurgen outet er sich als Popo-Fetischist. Das Publikum lacht herzlich. Wer zum ersten Mal bei einem seiner Auftritte dabei ist - und das sind die meisten - staunt über die schnörkellose Präsentation des Programms und sicher auch über die Wortgewandtheit und den Charme des 34-Jährigen mit der sympathischen Stimme. Der Wahl-Berliner und gebürtige Hamburger hat auch seine Instrumente im Griff. Mal spielt er einhändig Klavier und erzählt dabei Anekdoten. Dann wieder spielt er mit der einen Hand Klavier, mit der anderen bedient er die Mundharmonika.
Seine Liebeslieder reichen von Kategorie 0, der Vorstufe eines Liebeslieds, bis zu Kategorie 7, Songs, die unter die Gürtellinie gehen. Dazwischen richtet Wartke zahlreiche Zwischen-Kategorien ein wie die Gattung 2A: Komm-zu-mir-zurück-Lieder oder 2C: Dreiecksgeschichten. So hangelt er sich vom ersten Kennenlernen bis zur langjährigen Beziehung, in der die Frau zum Drachen geworden ist. Da packt Wartke schon mal die Axt aus und stellt sich vor, der Liebsten ein Ohr abzuhacken - oder gleich zwei. Zeilen wie "Wie schön dir doch im Nacken deine Knochen knacken" kommen da schon mal vor.
Doch Wartke hat noch mehr auf Lager. Bei seinem gesteppten Hundehaufen-Song klatscht und pfeift das Publikum. Vor allem die unerwarteten Wendungen in seinem Liedern lassen die Zuschauer herzhaft lachen.
Unter den drei Zugaben ist selbstverständlich auch "Liebeslied", das der Liedermacher unter anderem auf französisch, spanisch und japanisch präsentiert. Klar, dass das Publikum versucht, ihn in die Enge zu treiben, als dieses sich Sprachen wünschen darf, in denen er den Song noch präsentiert. Er muss die Zeilen schließlich in Hindi, Shakespeare-Englisch, Klingonisch und Luxemburgisch singen.
Als Wartke seine Liebesworte auf Luxemburgisch säuselt, tobt das Publikum. Mit stehenden Ovationen lassen die 500 Zuschauer den Liedermacher am Ende ziehen - aber nur ungern.