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Von Neujahr zum Gravitationstag

Von Neujahr zum Gravitationstag

Der Feiertag Christi Himmelfahrt soll nach dem Willen der humanistischen Giordano Bruno Stiftung künftig Evolutionstag heißen. Das sorgt für Kontroversen in der Öffentlichkeit.

Trier. (hpl) Mit der Umbenennung des Feiertags soll die Evolutionstheorie stärker verankert werden. Damit wendet sich die Stiftung gegen die neue Bewegung der Kreationisten (in den USA auch "Intelligent Design"-Bewegung') Sie erklären Darwins Evolutionstheorie für ungültig und beharren auf der wörtlichen Interpretation der Heiligen Schrift in Bezug auf die Entstehung von Leben und Universum.

Mit der Namensänderung sollen auch nichtreligiöse Menschen einen Feiertag erhalten. Dies forderte auch der in Butzweiler (Kreis Trier-Saarburg) lebende Michael Schmidt-Salomon, einer der bekanntesten Religionskritiker Deutschlands. Der Volksfreund rief auf www.volksfreund.de die Leserinnen und Leser auf, ihre Meinung dazu abzugeben. Die Mehrheit der nicht repräsentativen Umfrage ist gegen eine Umbenennung. Einige Zitate:

"In der Schule und im Staat sollte man wissenschaftlich orientiert sein. Da haben Kreationisten nichts verloren."

"Es wäre allerdings dann konsequent, wenn diese atheistischen Evolutionstheoretiker am Karfreitag, am Ostermontag, am Himmelfahrtstag und an allen anderen christlich verschuldeten freien Tagen zur Arbeit gingen."

"Es soll so bleiben, wie es ist. Sicher gibt es immer wieder neue Ideen, einen Feiertag zu benennen oder umzutaufen, aber was wird dadurch gewonnen? Wir sollten alle zufrieden sein, dass es diesen Tag noch als arbeitsfrei (Ausnahmen gibt es immer) gibt.

"Wir brauchen eine Grundsatzdiskussion in unserer Gesellschaft. Feiertage ja, aber nur dann, wenn dies für alle Glaubensrichtungen gilt. Schließlich besagt ja auch das Grundgesetz dass alle vor dem Gesetz gleich sind."

"Wer behauptet, dass eine atheistische Gesellschaft zwangsläufig ohne Moral sei, dem sei nur ein Vergleich der Zustände zwischen zum Beispiel den skandinavischen Ländern und Iran beziehungsweise den Südstaaten der USA angeraten."

"Weiterer Vorschlag: Neujahr wird umbenannt in Gravitationstag."