Vorschau auf die kommenden Konzerte der Philharmonie

Musik : Die Grande Dame der Klavierkunst

Oktober in der Philharmonie: Mitsuko Uchida mit drei Schubert-Sonaten

Im Auftreten wirkt sie so feingliedrig wie die Musik, die sie spielt.  Mitsuko Uchida, die japanische Pianistin mit der internationalen Karriere, hat gerade den leisen wenig auffälligen Klavier-Kompositionen einen ganz unverwechselbaren Tonfall  mitgegeben. Ihre Einspielung aller Mozart-Klaviersonaten in den 1980er Jahren kam ohne alles rokokohaft Gezierte aus.

Uchidas Stil war schon damals anders: filigran und doch warm im Klang, nuanciert im Anschlag und hellhörig in den Details. Ihre Schubert-Interpretationen eröffneten in der Wirkungsgeschichte dieser Musik ein neues Kapitel. „Das Empfindsame und Nachdenkliche, aber auch das Glückselige in Schuberts Musik hat die Grande Dame der Piano-Kunst schon als Teenager verinnerlicht, als sie in Wien Klavier studierte“, heißt es in einem Programmheft der Kölner Philharmonie.

Und in den Ankündigungen des  Luxemburger Konzerthauses heißt es: „Dass Musiker zu sein kein Beruf, sondern ein Akt der Hingabe ist, daran erinnert Mitsuko Uchida immer wieder gerne.“

Mit drei Klaviersonaten von Franz Schubert schließt Uchida am 20. Oktober, 19 Uhr, in der Philharmonie ihren großangelegten Schubert-Klavierzyklus ab. Zur allgemein beliebten, späten Sonaten-Trias, Deutsch-Verzeichnis (D) 958, 959 und 960 bezieht sie Abstand und beschränkt sich auf die a-Moll-Sonate D 959. Stattdessen stehen Sonaten des jüngeren Schubert in ihrem Programm: die „Grand Sonate“ a-Moll D 784 aus dem Jahr 1823 und die Es-Dur-Sonate D 568 von 1817. Bei anderen Komponisten würde man diese Sonaten noch zu den Frühwerken zählen – Schubert war damals gerade mal 26 und 20 Jahre alt. Aber Schubert hatte damals schon längst seinen eigenen, ganz persönlichen Stil entdeckt.

Klar, dass es in der Philharmonie bei diesem subtilen Höhepunkt nicht bleibt.

Auch andere Veranstaltungen in diesem Monat nehmen Abstand von sinfonischer Repräsentation und sind zweifellos für Entdeckungen gut. Cembalistin Anne-Chatherine Bucher stellt die Eröffnung ihrer neuen „Midi baroque“-Reihe unter das Leitmotiv  „Natur“ (10. Oktober, 12.30 Uhr). Thomas Ospital an der großen Philharmonie-Orgel und Cellist Bruno Delepetair präsentieren die „Königin der Instrumente“ aus neuer Perspektive (14. Oktober). Sopranistin Patricia Petibon und Susan Manoff am Klavier haben ein reichhaltiges Programm zwischen Debussy und Villa-Lobos einstudiert (15. Oktober). Bunt und vielfältig ist auch das Programm der „Solistes Européens“ mit Musik von  Chanson, Humperdinck, Ravel und einer Auftragskomposition von Gast Waltzing (21. Oktober). Antoine Tamestit, Viola, und Masato Suzuki, Cembalo befassen sich mit Bachs Gambensonaten (22. Oktober). Das Orchestre Philharmonique (OPL) unter Finnegan Downie Dear  richtet sich mit der halbszenischen Fassung von Edvard Griegs Musik zu Ibsens „Peer Gynt“ vor allem an deutschsprachige Familien (12. Oktober, 11 Uhr). Wenige Tage danach präsentiert das OPL unter Paavo Järvi neben Bruckners Achter die weitgehend unbekannte  „Josefslegende“ von Richard Strauss (18. Oktober). Und im letzten Drittel des Monats hat die Philharmonie noch ein Bonbon parat. Star-Tenor Rolando Villazon erzählt in seiner dreiteiligen  Reihe „Rolando raconte“  von den weiten Reisen des jungen Mozart (24. Oktober, 19 Uhr).

Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten: Telefon: (00352) 2632 2632. www.philharmonie.lu

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