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Warum der neue Kluftinger-Krimi "Herzblut" von Kobr & Klüpfel packend und amüsant ist

Warum der neue Kluftinger-Krimi "Herzblut" von Kobr & Klüpfel packend und amüsant ist

Das Allgäuer Autorenduo Michael Kobr und Volker Klüpfel kommt Mitte Mai zum Eifel-Literatur-Festival nach Bitburg. Im Format einer Comedy-Show wird es seinen neuen Krimi um Kommissar Kluftinger vorstellen. Er heißt "Herzblut" und ist so humorvoll wie spannend. Warum, erklärt unsere Kritikerin.

Bitburg. Polizeipräsident Lodenbacher beruft in "Herzblut" mal wieder eine seiner gefürchteten Pressekonferenzen ein. Diesmal soll Kommissar Kluftinger den Journalisten die ergebnislose Suche nach dem Mörder eines Taxifahrers als Fahndungserfolg verkaufen. Peinlich genug, aber es kommt noch peinlicher: Mittendrin klingelt sein Handy.Kluftinger, wie stets auf Kriegsfuß mit der Technik, irrt panisch über die Tasten und zeichnet zufällig den eingehenden Anruf auf. Als er ihn ebenso zufällig abhört, ist er sicher, Ohrenzeuge eines Mordes geworden zu sein. Tatsächlich findet sich bald viel Blut, dann eine Leiche, später gibt es noch mehr Tote.

Während Kluftinger sich den Kopf zerbricht, warum ihnen allen das Herz fehlt, glaubt er, sein eigenes sei krank. Das beschert ihm unangenehme Begegnungen mit Ärzten, eine noch unangenehmere Diät und sogar einen Yogakurs. Aber damit nicht genug: Sein Sohn will Freundin Yumiko heiraten, und Kluftinger muss sich in der für ihn neuen Kommunikationsform "Videoanruf" mit dem japanischen Brautvater verständigen.

Klüpfel und Kobr schicken ihren Kommissar genüsslich von einer kleinen Katastrophe zur nächsten und lassen Welten aufeinanderprallen, bis die Lachtränen fließen. Wer Gelesenes in Bilder umsetzen kann, sieht häufig urkomische Slapstick-Szenen vor sich. Dabei überspitzen die Autoren eigentlich nur die Tücken, die das alltägliche Leben für uns alle bereithalten kann. Das schafft Identifikation und Sympathie.

Zudem sorgen die Autoren mit plastisch skizzierten Charakteren dafür, dass es in Herzblut stark "menschelt". Dazu gibt es ein unter anderem durch Dialekteinschübe vermitteltes Lokalkolorit, das aber nie zu speziell regional wird. Bei all dem kommt die Krimispannung nicht zu kurz, denn der vertrackte und originell ums Thema Herz gesponnene Fall bleibt bis zum Schluss offen.

Völker Klüpfel, Michael Kobr: "Herzblut", Verlag Droemer, 400 Seiten, 19,99 EuroExtra

Die Show des Autorenduos im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals am Freitag, 16. Mai, um 20 Uhr in der Stadthalle Bitburg ist ausverkauft. Es gibt aber noch Tickets für die Lesungen von Dieter "Max" Moor am Freitag, 25. April, in der Ex-Hauptschule Prüm, Anne Gesthuysen am Dienstag, 27. Mai, im Forum Daun, Daniel Kehlmann am Freitag, 6. Juni, im Eventum Wittlich, Florian Illies am Dienstag, 9. September, im Forum Daun, Rüdiger Safranski am Freitag, 19. September, und Ferdinand von Schirach am Freitag, 26. September, jeweils in der Stadthalle Bitburg. Sie sind erhältlich im TV-Service-Center in Trier, bei der TV-Tickethotline 0651/7199-996 oder im Internet auf www.volksfreund.de/tickets Informationen über das Festival unter www.eifel-literatur-festival.de ae