Warum es dem Maler Füße besonders angetan haben Zahme Grenzgänger

Warum es dem Maler Füße besonders angetan haben Zahme Grenzgänger

Zum 53. Mal ist Prüm wieder sommerliche Kunststadt. Die 1957 gegründete Europäische Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen zeigt dort ihre Jahresausstellung. Auch dieses Mal geht das Miteinander der künstlerischen "Grenzgänger" vor grenzüberschreitende Kunst-Wagnisse.

Prüm. "Tauchen Sie ein in die Welt der Kunst" forderte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy die zahlreichen Gäste auf, die sich zur Eröffnung der 53. Jahresausstellung der Europäischen Vereinigung der Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK) in der kühlen Prümer Abteikirche versammelt hatten.

Die klaren Worte der Stadtchefin waren allerdings so ziemlich das einzige, was angesichts der überforderten Mikrofonanlage bei dieser Feierstunde verständlich war. Wie die Laudatio auf den Kaiser-Lothar-Preisträger Johannes Wickert, verhallte auch die anschließende ausführliche Selbstdarstellung des Geehrten unverstanden im Raum.

Auch in diesem Jahr ist die Ausstellung, an der 160 Künstler mit 262 Werken teilnehmen, vor allem wieder eine eindrucksvolle Demonstration des reichen Kunstschaffens des Eifel-Ardennen Raums. Einmal mehr stellen die Maler die Mehrzahl der Arbeiten. Zu sehen sind zudem einige bildhauerische Werke, etwas Fotografie und ein paar Grafiken. Mit Johannes Wickert wird ein gegenständlicher Maler geehrt, der mit seinen ausdrucksstarken Menschendarstellungen seit Jahren eine eigenständige Position vertritt, die er, unabhängig von jedem Zeitgeist, konsequent weiterentwickelt hat. Wickerts Werk, das häufig religiöse Themen aufgreift, nährt sich aus seiner Religiosität und seinem Interesse am Menschen.

Altmeister machen auf sich aufmerksam



Erstmal ist die Schau als Themenausstellung angelegt. Das Thema "Grenzgänger" bleibt ungeachtet der Mahnung von EVBK Präsident Alexander Boeminghaus, die eigene Position ständig neu zu überdenken, weitgehend Programm. Da auch in Prüm neu nicht gleichbedeutend mit gut ist, sind es vor allem die Altmeister, die in bewährter Manier verdient auf sich aufmerksam machen, so wie der malende Poet Antoine Marò oder der Bildhauer Christoph Mancke mit einer schönen Holzskulptur und sein Luxemburger Kollege, der Holzbildhauer Jhemp Bastin.

Auch Marie Madeleine Bellenger überzeugt mit ihren bekannten Schriftbildern. Ihre maritime Rauminstallation (gemeinsam mit Alexander Boeminghaus) mit Seemannstau und Steinen ist dagegen reichlich melodramatisch und im barocken Festsaal zwischen Wickerts Bildern völlig fehl am Platz. Merken sollte man sich allerdings Katrin Irmscher und ihre Metzgerei-Fotografie.

Die von der Kreissparkasse Bitburg-Prüm gestifteten drei Förderpreise gingen an Karin Cheung, Bernd Keller und Stefanie Krings. Zur großen Schau gibt's auch die der kleinen Formate. Unter "Wo" sind künstlerisch gestaltete Etuis zu haben.

Bis 8. August, Abteigebäude Prüm, täglich 9.30 bis 18 Uhr, Katalog