Warum es Holzblasinstrumente aus Metall gibt

Warum es Holzblasinstrumente aus Metall gibt

Eine ziemlich merkwürdige Angelegenheit ist, dass die Querflöte und auch das Saxofon zur Gruppe der Holzblasinstrumente gezählt werden, obwohl sie aus Metall gebaut sind. Instrumentengruppen?

Fangen wir vorne an: Alle Musikinstrumente werden in verschiedene Familien unterteilt. Es gibt die Streichinstrumente, zu denen die Geigen und die Celli gehören, die Tasteninstrumente und die Blasinstrumente. Diese werden noch einmal unterteilt in die Gruppe der Holzblas- und der Blechblasinstrumente.

Und jetzt zurück zu Querflöte und Saxofon: Beim Saxofon wird in erster Linie Messing verwendet, ebenso wie bei den meisten Querflöten. Besonders gute und teure Querflöten stellen die Flötenbauer aber auch aus Silber her. Manchmal sind sie auch vergoldet.

Die merkwürdige Einteilung liegt in der Herkunft dieser beiden Instrumente. Die Querflöte ist sehr alt. Sie wurde früher nur aus Holz gebaut. Erst im 19. Jahrhundert wurde Metall verwendet, weil damit der Klang kräftiger ist und besser zu den großen Sinfonieorchestern passt. Aber bis heute werden Querflöten auch noch aus Holz gebaut. Der Korpus des Saxofons hingegen ist immer aus Metall gebaut worden. Der Belgier Adolphe Sax hat es 1840 erfunden. Er war auf der Suche nach einer Klarinette, die bei den tiefen Tönen einen guten und kräftigen Klang hat. Deshalb baute er ein Instrument aus Metall, bei dem aber der Ton wie bei der Klarinette von einem schwingenden Holzplättchen, dem sogenannten Rohrblatt, erzeugt wird. Das Saxofon ist also verwandt mit der Klarinette und gehört deshalb zu den Holzblasinstrumenten. Gerhard W. Kluth

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