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Was im Kopf eines Schriftstellers vorgeht

Was im Kopf eines Schriftstellers vorgeht

Der Schriftsteller Franz Kafka steht im Mittelpunkt einer Uraufführung am Luxemburger Kapuzinertheater. Für die Umsetzung ist eine Crew am Start, die an die goldenen Trier-Luxemburger Kooperations-Zeiten der Ära Kindermann erinnert.

Luxemburg. (DiL) So oder so ähnlich haben sie vor einem Jahrzehnt ein paar herausragende Theater-Produktionen im Theater Trier und dem Luxemburger Kapuzinertheater auf die Beine gestellt: Der Regisseur Andreas Baesler, die Kostümbildnerin Ulli Kremer, die Autorin Jutta Schubert, die Schauspieler Edda Petri und Klaus-Michael Nix. Das Kapuzinertheater hat sie zusammengeholt, um anlässlich seines 25. Geburtstags ein neues Stück über den Dichter Franz Kafka aus der Taufe zu heben.

"Wir wollten kein bestimmtes Kafka-Stück realisieren, sondern uns aus dem ganzen Werk bedienen", erzählt Baesler. Schubert hat daraus ein eigenes neues Schauspiel gemacht, "mehr als eine Collage aus Textschnipseln", versichert der Regisseur. Deshalb müsse man auch nicht Kafkas gesammelte Werke kennen, um das entstandene Stück zu verstehen.

Der einstige Trierer Stamm-Regisseur ("Hexenjagd", "Barbier von Sevilla", "Romeo und Julia", "Black Rider", "King Kongs Töchter", um nur einige zu nennen) und Mitgründer der Merziger Zelt-Oper ist reichlich herumgekommen in den letzten Jahren. Er inszeniert regelmäßig in renommierten Häusern wie Essen und Nürnberg, aber er hat auch in Havanna die kubanische Erstaufführung der "Zauberflöte" in Szene gesetzt. "Ein Abenteuer", wie er sagt. Nun macht es ihm sichtlich Spaß, wieder mal in einem kleinen Haus zu arbeiten.

Klaus-Michael Nix darf als Kafka seinem Faible für schwierige Rollen frönen. Doppelstress, denn in Trier gibt er parallel den Hauptmann von Köpenick. Die Titel-Partie teilt er sich im Kapuzinertheater aber mit dem Tänzer Gianfranco Celestino, der ebenso wie die Sängerin Mariette Lentz das Schauspielerdensemble ergänzt. Das macht es möglich, etwa die Kafka-Vertonungen von Ernst Krenek in den Abend zu integrieren.

"Kafkas Büro", Premiere am 28. April, Vorstellungen am 12., 14., 17., 18. und 20. Mai. Infos: www.theatres.lu