| 21:12 Uhr

Was macht ein…

FOTO: Werner Grothusmann (h_st )
Thomas Kiefer ist 38 Jahre alt, stammt aus Perl/Mosel und ist seit 2013 Domkapellmeister in Trier. Zuvor war er an gleicher Stelle von 2005 bis 2013 Domkantor.

Er studierte Kirchenmusik und Dirigieren an den Musikhochschulen Saarbrücken und Stockholm. Der Gewinner des 3. Internationalen Wettbewerbs für Chordirigenten in Wien 2004 ist einer der jüngsten Domkapellmeister Deutschlands. Beschreiben Sie Ihre Aufgabe in vier Sätzen! Als Domkapellmeister trage ich die Verantwortung für Chor- und Orchestermusik am Trierer Dom. Im Mittelpunkt steht dabei die Leitung der vier Chöre (Domchor, Domsingknaben, Mädchenchor und Kathedraljugendchor), insgesamt 200 Chormitglieder, mit denen ich jede Woche etwa 16 Stunden probe und etwa 80 Mal im Jahr auftrete. Gemeinsam mit dem Domorganisten plane ich das musikalische Programm für die Gottesdienste im Dom und für die Konzerte unserer Chöre im In- und Ausland. Zudem liegt die musikalische Ausbildung der vielen Kinder und Jugendlichen in der Domsingschule in meiner Verantwortung. Was ist dabei die größte Herausforderung? Gar nicht so sehr das musikalische Pensum. Die Arbeit mit den Chören, die vielen Proben und Auftritte sowie die regelmäßigen Chorreisen erfordern "im Hintergrund" ein hohes Maß an organisatorischer Arbeit, damit alles "rund" laufen kann: Verwaltung, Geschäftsführung und Finanzen, Gremienarbeit, Absprachen mit Kooperationspartnern wie etwa der Grundschule am Dom, Öffentlichkeitsarbeit und Elterngespräche. Ich habe das große Glück, dass mich hierbei ein tolles Mitarbeiterteam unterstützt! Ich könnte das niemals alles selbst im Blick behalten. Was lieben Sie an Ihrem Job? Die Musik, die Menschen und den Dom. Diese Kombination ist wohl nur schwer zu übertreffen. Dazu kommt die Vielfalt der Tätigkeiten: Vom Dirigieren der Matthäuspassion von Bach bis zum Domsingknabenfußball ist so ziemlich alles dabei. Was hassen Sie an Ihrem Job? Es war als Berufsanfänger vor zehn Jahren schwer zu ertragen, wenn es mir einmal nicht gelungen ist, ein Kind oder seine Eltern für das Singen zu begeistern. Es ist hart, wenn man selbst für eine Sache brennt, der Gegenüber sich aber nicht entflammen lässt. Heute bin ich da viel gelassener und denke: Tennis ist auch ein sehr, sehr schönes Hobby! vk .