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Weihnachten ohne Kitsch, aber mit Hochkarätern

Weihnachten ohne Kitsch, aber mit Hochkarätern

Auf dem Luxemburger Kirchberg ist es mittlerweile so etwas wie Tradition: Im Dezember hält die Philharmonie zum akustischen Weihnachts-Zuckerzeug demonstrativ Abstand. Auch im Dezemberprogramm 2012 wurde die Festtagsstimmung sorgfältig begrenzt.

Luxemburg. Das stark stilisierte Weihnachts-Motiv auf dem Dezember-Faltblatt der Philharmonie ist Programm. Das Luxemburger Konzerthaus biete zwar drei Abos zum Fest an. Aber die sollen Geschenke werden, und die zugehörigen Konzerte sind auf Frühjahr 2013 datiert.
Echte Musik-Weihnacht findet im Luxemburger Konzerthaus gerade zweimal statt. Doch sogar Thomas Hengelbrock und sein renommiertes Balthasar-Neumann-Ensemble befassen sich mit den Kantaten 1, 4, 5 und 6 aus Bachs Weihnachtsoratorium überwiegend mit dem Geschehen nach der Christgeburt (5. Dezember). Zwei Tage vor Heiligabend bricht allerdings beim Orchestre Philharmonique (OPL) und den Vokalisten von Arsys Bourgogne die Festfreude durch und manifestiert sich im Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens und in gemeinsamem Liedersingen - übrigens eins der wenigen interaktiven Ereignisse im Konzertleben überhaupt (22. Dezember).
Einfallslos oder routiniert ist der große Rest des Dezember-Programms trotzdem nicht. Das Orchestre Philharmonique lockt mit Mendelssohn, Richard Strauss und Schumanns Klavierkonzert - und Solist Radu Lupu (7. Dezember). Die Solistes Europeens haben für ein Schumann-Programm, erneut mit dem Klavierkonzert, Pianistin Elisabeth Leonskaja gewonnen (17. Dezember). Das Chamber Orchestre of Europe unter Altmeister Herbert Blomstedt bringt Emanuel Ax für Beethovens 4. Klavierkonzert mit (18. Dezember).
Erinnerung an den Sonnenkönig



Und in einer Sonntagsmatinee hat OPL-Solohornist Miklós Nagy Mozarts 2. Hornkonzert parat (16. Dezember). Leiten wird das Konzert übrigens Frans Brüggen, der sich vom Blockflötisten zum Dirigenten emanzipierte. Und für alle, denen das noch nicht genug ist an Prominenz, kommen die beiden Konzerte des London Symphony Orchestras unter Valery Gergiev, jeweils mit einem Brahms/Syzmanowski-Programm, gerade recht (13./14. Dezember).
Auch die Kammermusik kommt nicht zu kurz. Wenn Trompeter Philippe Schartz, Pianist Chris Williams und das renommierte Vlach-Quartett aus Prag gemeinsam musizieren, dann sind Originalität, Klangreiz und musikalischer Witz fast schon programmiert (10. Dezember). Und in der Reihe "Rising stars" erinnern Gambistin Romina Lischka, Cembalist Raphael Collignon und Theorbistin (Theorbe ist eine Art Laute) Sofie Vanden Eynden an die glanzvolle Zeit des französischen "Sonnenkönigs" (12. Dezember). mö

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