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Welche Museen und Ausstellungen in der Region haben geöffnet, was läuft dort?

Kostenpflichtiger Inhalt: Museen : Kunst mit Abstand und Maske betrachtet

Welche Museen und Ausstellungen in der Region haben geöffnet, und was läuft dort? Der Internationale Museumstag am 17. Mai findet 2020 digital statt. Eine Übersicht.

(aheu/mar/m.a.) Nach wochenlanger Pause ist es soweit: Museen und Ausstellungen in Rheinland-Pfalz können seit dem 11. Mai öffnen – natürlich unter besonderen Hygiene- und Abstandsauflagen. Wer ist in der Region mit welcher Ausstellung dabei? Eine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Das Stadtmuseum Simeonstift in Trier in der Simeonstraße 60 hat seit Dienstag, 12. Mai, wieder geöffnet. Neben der Dauerausstellung wird die Sonderausstellung „Gesammelt und gesichtet“ mit ausgewählten Neuzugängen des Museums gezeigt. Deren Eröffnung war eigentlich für Ende März geplant, nun hat sie einfach später (ohne Vernissage) begonnen. Wegen des Lockdowns seien keine Umplanungen bei den Ausstellungen für den Rest des Jahres nötig, erklärt Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr. Veranstaltungen für Gruppen werde es nicht geben, so dass auch kein Programm gedruckt werde. Das Museum hat nach Auskunft von Dühr ein Hygiene- und Abstandskonzept erarbeitet. „Besucher können das Haus über den normalen Eingang betreten und über den Glasgang verlassen.“ Bei einer Gesamtfläche von über 2000 Quadratmetern brauche es vermutlich keine Zugangsbeschränkungen, um die Regel von einer Person auf zehn Quadratmetern einhalten zu können. Aber auch das sei über das Kassensystem kontrollierbar.


Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) hat mitgeteilt, dass die Trierer Römerbauten und das Rheinische Landesmuseum Trier von heute, 15. Mai, an geöffnet sind. Es wurden demnach individuelle Hygiene- und Abstandskonzepte für die einzelnen Häuser der GDKE entwickelt – ohne Gruppenführungen, Workshops oder ähnliches. Es gibt geänderte Öffnungszeiten für Porta Nigra, Kaiserthermen und Amphitheater: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Die Thermen am Viehmarkt und das Landesmuseum sind von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, geöffnet. Die nächste Sonderausstellung im Landesmuseum beginnt wie geplant am 20. Juni. Unter dem Titel „Echo. Die Aura der Antike“ wird die digitale, selbstleuchtende Malerei von Werner Kroener antiken Originalen gegenübergestellt.


Das Museum am Dom in Trier am Bischof-Stein-Platz 1 steht von heute, 15. Mai, wieder für Besucher offen. Die für April geplante Sonderausstellung „noch immer – immer noch“ sei wegen des Lockdowns nicht zustande gekommen, sagte Museumsdirektor Markus Groß-Morgen. Das Dommuseum in Trägerschaft des Bistums zeige im Foyer einen Film, der auch auf den Internationalen Museumstag am 17. Mai verweise. An diesem Tag sei das Museum bei freiem Eintritt geöffnet, aber spezielle Veranstaltungen fallen wie bei allen anderen Museen an diesem Tag aus. In dieser Woche standen noch kleinere Umbaumaßnahmen an, die den Brandschutz im Museum verbessern sollen – deshalb steht die Wiedereröffnung erst an diesem Freitag an. Zudem wurde zum Schutz vor Corona ein Konzept entwickelt, nach dem  die Räume umgestaltet wurden, um die Hygienestandards sicherzustellen.


Die Schatzkammer in der Stadtbibliothek Trier öffnet wieder am Dienstag, 19. Mai, zunächst allerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 9 bis 13 Uhr, zusätzlich Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen bleibt die Stadtbibliothek vorerst geschlossen. „Wir haben uns schweren Herzens dazu entschlossen, für einen Übergangszeitraum von vier Wochen auf die Hilfe und die Unterstützung unseres engagierten Helferkreises zu verzichten“, erklärt der Leiter Dr. Michael Embach. In der Zeit bis 12. Juni sei die Museumskasse stattdessen von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung besetzt, die kurzfristig und zeitlich beschränkt aufgrund von Kurzarbeit verfügbar sind. Der kleine Museumsshop bleibt geschlossen, Führungen und die Benutzung des Audioguides sind nicht möglich. „Wir werden die Situation Ende Mai/Anfang Juni erneut bewerten und gegebenenfalls unsere Öffnungszeiten ab 15. Juni wieder an die alten Gegebenheiten anpassen“, kündigt Embach an.

Der Kunstverein Trier Junge Kunst e. V. öffnet seine Räume in der Karl-Marx-Straße 90 am 6. Juni wieder. Dann wird die Doppelausstellung „Relationship and Difference, Malerei und Skulptur“ mit Werken von Giuseppe Adamo und Jáchym Fleig (bis 11. Juli) „nachgeholt“. Sie beginnt ohne Vernissage. Es sei eine von zwei Ausstellungen, die in den vergangenen Wochen nicht gezeigt werden konnten, erklärt der Vorsitzende des Kunstvereins Sebastian Böhm. Nach den Sommerferien soll es dann im gewohnten Rhythmus weitergehen. Vermutlich werde nur zwei Personen gleichzeitig der Zutritt zu den Räumen möglich sein, sagt Böhm.


In etwas eingeschränktem Umfang ist die Tuchfabrik in Trier seit dem 11. Mai wieder für Ausstellungsbesucher geöffnet. Das erste Obergeschoss ist geschlossen. Nur das zweite Obergeschoss stehe zur Verfügung, sagt Jana Schröder von der Tuchfabrik. Dort ist seit März die Ausstellung „Tausend Tücher gegen das Vergessen“ aufgebaut. Sie ist bis 28. Juni verlängert worden. Es handelt sich um eine Kunstinstallation zum Gedenken an den Völkermord in Srebrenica. Der Ausstellungsbetrieb werde nach der Sommerpause im September fortgesetzt. Auch die Artothek in der Tuchfabrik ist wieder geöffnet. Wegen des höheren Aufwands durch die Hygiene- und Abstandsvorkehrungen seien die Öffnungszeiten für  Artothek und Ausstellung angepasst worden: Montag bis Freitag, 14 bisb18 Uhr, am Wochenende geschlossen.


Die Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie in Trier (Aachenerstr. 63) ist seit dem 12. Mai wieder geöffnet. Die Ausstellung „Künstler sehen sich selbst – grafische Selbstbildnisse des 20. Jahrhunderts“ sei bis 24. Mai verlängert worden, sagt Jörg M. Snijder von der Akademie. Eine mit der Gesellschaft für Bildende Kunst geplante Ausstellung sei auf das nächste Jahr geschoben. Es gehe stattdessen am 6. Juni mit einer Ausstellung mit Werken des Trierer Künstlers Bodo Korsig weiter (bis 5. Juli). Wie die Eröffnung am 5. Juni verlaufe, sei wegen der geltenden Abstandsregeln noch nicht ganz geklärt. Danach werde der Ausstellungsreigen wie geplant mit der Dozentenausstellung fortgesetzt. Der Akademiebetrieb startet voraussichtlich ab dem 11. Juni.


Die Gesellschaft für Bildende Kunst in Trier hat ihre Räume am Domfreihof 1B gegenüber dem Dom seit 14. Mai geöffnet. Gezeigt wird nach Auskunft von Martina Diederich von der Gesellschaft bis Samstag, 16. Mai, die Ausstellung „Im Dialog“ mit Arbeiten von Karola Perrot und Eva Sonne-Krings. Dann gehe es am 21. Mai mit der Ausstellung „Georg Küttinger – Landscapes: Remixed“ weiter. Es werde wegen der Corona-Regeln keine Vernissage geben, aber der Künstler sei an diesem Tag anwesend, sagt Diederich.


Auch das Karl-Marx-Haus Trier (Brückenstraße 10) ist ab dem heutigen Freitag wieder geöffnet. Wer etwas über Leben, Werk und Wirkung von Karl Marx erfahren möchte, kann sich dort zu den üblichen Öffnungszeiten (täglich 10 bis 18 Uhr) umschauen, jedoch unter Einhaltung diverser Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Gruppenbesuche und Führungen sind nicht möglich. Insgesamt lässt das Museum in Trägerschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung bis zu 45 Personen ein. Zugänglich ist die Dauerausstellung „Von Trier in die Welt: Karl Marx (1818-1883), seine Ideen und ihre Wirkung bis heute“. Für Interaktionsangebote wurden „andere kreative Umsetzungen gefunden“, erklärte Leiterin Elisabeth Neu. Daneben sei auch die Sonderausstellung „Dasein.2020 – Perspektiven neu zugewanderter Menschen in der Region Trier“ zu sehen. Es finden vorerst keine Führungen, Veranstaltungen und museumspädagogischen Programme statt. Am Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, nimmt das Karl-Marx-Haus ausschließlich digital teil über die Website (www.karl-marx-haus.de) und über die Kanäle der sozialen Medien (Twitter/Facebook/Instagram #karlmarxhaus). Der Besuch des Hauses ist an diesem Tag kostenfrei.

Zu den Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen im Karl-Marx-Haus gehören die Maskenpflicht ab dem Alter von sieben Jahren, die Beachtung des Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Besuchern, eine markierte Wegführung, Trennvorrichtungen und Desinfektionsangebote für Besucher.


Das Spielzeugmuseum in Trier öffnet diese Woche noch nicht, erklärte Pia Orth vom Verein Trierer Spielzeugmuseum e.V., der Deutschlands größtes privates Spielzeugmuseum mit Tausenden Sammlerstücken betreut (Dietrichstraße 51). Die Vorbereitungen dafür dauerten an. Der genaue Termin der Wiedereröffnung stehe noch nicht fest.

Das Freigelände des Freilichtmuseums Roscheider Hof in Konz ist schon etwas länger für Besucher geöffnet – mit der Bitte, die allgemein geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Seit dem 11. Mai sind jetzt unter Auflagen auch das Hauptgebäude und die Museumshäuser dazugekommen. In der Fahrzeughalle läuft wie geplant die Sonderausstellung „Wir geben den Menschen ihre Geschichte(n) zurück“ (bis 20. November). Sie zeigt Fotos, die die Firma Zettelmeyer 1946 von ihren Mitarbeitern machen ließ.


Die städtischen Wittlicher Museen und Ausstellungsräume haben ebenfalls seit dem 11. beziehungsweise 12. Mai unter Auflagen zum Schutz vor Infektionen wieder geöffnet. Dazu gehören Casa Toni M., das Türmchen und das Meistermann Museum in der Galerie im Alten Rathaus. Die Ausstellung „Meisterschaft. Der Zeichner & Maler Dietrich Wenzel“ in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge sei bis Ende August verlängert worden, sagte ein Sprecher des Kulturamtes.


Das Haus Beda in Bitburg hätte –  unabhängig von der Corona-Krise – ohnehin nur dienstags nachmittags geöffnet. Da die Nachfrage nach der Fritz-von-Wille-Ausstellung nicht so hoch sei, werde man jedoch nicht öffnen, sagt der Leiter des Hauses Beda, Manfred Kottmann. Und er ergänzt: „Wer die Ausstellung sehen möchte, der meldet sich einfach telefonisch an, dann ist ein Besuch möglich“.

Das Haus der Ikonen in Traben-Trarbach bleibt nach Auskunft von Herbert Baschab weiterhin geschlosen. „Wann wir wieder öffnen, hängt davon ab, wann Traben-Trarbach  wieder mit Touristen rechnen kann“, teilt er mit.

Hygiene-Empfehlungen

Der Musemsverband Rheinland-Pfalz hat seinen Mitgliedern eine Handreichung mit Hygiene- und Abstandsempfehlungen für eine Wiederöffnung übermittelt. Sie orientieren sich im Wesentlichen an den auch für Geschäfte geltenden Vorgaben. Es wird empfohlen, nicht mehr als eine Person auf zehn Quadratmetern Fläche zuzulassen und auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern in allen Räumen zu achten. Darüber hinaus soll es keine Gruppenführungen, keine ­museumspädagogischen Angebote mit mehr als zwei Personen geben. Genaue Regeln und Hinweise sollen auf den jeweiligen Homepages und mittels Aushängen kommuniziert werden. Der Museumsverband empfiehlt seinen Mitgliedern, Besucher zum Tragen einer Maske aufzufordern.

Internationaler Museumstag 2020

Der Internationale Museumstag ist am 17. Mai. Im vergangenen Jahr beteiligten sich in Deutschland fast 2000 Museen mit über 4700 Aktionen daran. In diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie, in der Veranstaltungen mit vielen Menschen nicht möglich sind, alles anders: Auf der Homepage www.museumstag.de wird deshalb zu digitalen Museumsbesuchen eingeladen. Dort soll es auch eine Übersicht über die teilnehmenden Museen geben. Virtuelle Beiträge bieten zum Beispiel das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz und die Museumsstadt Trier – eine Kooperation des Dommuseums, des Karl-Marx-Museums, des Rheinischen Landesmuseums, der Schatzkammer der Stadtbibliothek und des Stadtmuseums Simeonstift. Unter dem Hashtag #museenentdecken finden sich außerdem viele Ideen.

Tipp Grundsätzlich ist es empfehlenswert, vor einem Museumsbesuch die aktualisierten Öffnungszeiten auf den Webseiten der Einrichtungen zu überprüfen, da sie sich kurzfristig ändern können.