Weltkarriere von Jonas Kaufmann startete in Trier

Theatergeschichte(n) : Weltkarriere von Jonas Kaufmann startete in Trier

Gerade erst hat Startenor Jonas Kaufmann seinen 50. Geburtstag gefeiert (der TV berichtete). Der Sänger ist gern gesehener Gast auf internationalen Bühnen, bisweilen auch in der Luxemburger Philharmonie.

Seine Konzerte sind stets ausverkauft, sein Terminkalender ist voll, sein Ruf tadellos. Ein echter Weltstar eben.

Nicht so bekannt dagegen mag die Tatsache sein, dass der gebürtige Münchner am Anfang seiner Karriere einen Auftritt am Trierer Theater hatte. Und das kam so: Heinz Lukas-Kindermann führt als Theaterintendant in Trier die Reihe „Unbekannte Oper“ ein.  Eines Tages lauscht er dem jungen Tenor Jonas Kaufmann. Vom Fleck weg  engagiert ihn der Intendant für die Rolle des Tom Wingfield in der Oper „Die Glasmenagerie“ (nach einem Drama von Tennessee Williams) von Antonio Bibalo. Die Premiere am 3. November 1996 war ein Riesenerfolg. „Er war glänzend in der Rolle“, schwärmt Lukas-Kindermann, der damals gleichzeitig Regie führte. Und das Medienecho war es auch. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schrieb: „Und obwohl Bibalo die Gesangslinien sorgfältig am Sprechduktus orientiert, sind die Akteure – Helen Centner als stimmfüllige und artikulationsscharfe Amanda, die hell und mädchenhaft timbrierte Laura von Kirstin Hasselmann und der überragende Jonas Kaufmann als Tom – bei Heinz Lukas-Kindermanns sensibler Regie in besseren Händen als beim Komponisten.“

Selbst die New York Times erwähnte damals diese Uraufführung in Trier. So startete der damals 27-jährige Kaufmann eine beispiellose Karriere. Trier war für einen Augenblick der musikalische Nabel der Welt. Hach, was waren das für Zeiten.

Aber wer weiß. Vielleicht steht dem künftigen Gewinner der Trierer Theatermaske (Anm.d.R.: Sie wird von der Gesellschaft der Freunde des Trierer Theaters e.V. verliehen) ebenfalls eine große Karriere bevor. Heinz Lukas-Kindermann, der „seinem“ Theater immer noch sehr verbunden ist, appelliert an alle Theaterbesucher, an der Wahl teilzunehmen. Die Theatermaske, die er 2001 ins Leben gerufen habe, sei ein Bindeglied zwischen Publikum und Künstlern. „Es ist wichtig, sich bei der Wahl zu beteiligen. Denn es  ist wichtig, dass die Stadt Trier ein Theater hat.“

Übrigens:  Theaterbesucher können  noch bis zum 31. Juli Vorschläge für eine Nominierung einreichen. Zur Wahl stehen Schauspieler, Tänzer oder Musiker, Regisseure, Dirigenten oder Bühnenbildner. Bitte E-Mail an theatergesellschaft-trier@agenturhaus.de oder postalisch an die Theatergesellschaft Trier, c/o Agenturhaus, Herzogenbuscher Str. 14, 54292 Trier.

Verona Kerl

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