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Weltklasse-Swing in Trier

Weltklasse-Swing in Trier

Die Matinee des Mosel Musikfestivals mit dem Pasadena Roof Orchestra hat mit Swing- und Jazz-Interpretationen der Zwanziger- und Dreißigerjahre ein ausgelassenes Publikum begeistert. Die Veranstaltung war kurzfristig in die Europahalle verlegt worden.

Trier. (tab) Sonntagmorgen. Regen. Die Straßen sind grau und menschenleer. Nur in der Europahalle herrscht eilige Geschäftigkeit. Die lang geplante und mit 500 Zuschauern gut besuchte Swing-Matinee, die ursprünglich im Innenhof des Kurfürstlichen Palais stattfinden sollte, wurde wohlweislich wegen schlechter Wettervorhersagen verlegt. Doch auch in der Europahalle katapultierte das Pasadena Roof Orchestra das Publikum bereits mit den ersten Tönen seiner Show in die Zwanziger- und Dreißigerjahre des vergangenen Jahrhunderts.

Ob Songs von Duke Ellington oder Louis Armstrong - das Pasadena Roof Orchestra wusste die Jazz-Klassiker der Großen grandios zu interpretieren.

Temporeiche Nummern wie die "Polka Dot Rag" oder "Sugar Foot Stomp" wurden mit gleicher Präzision vorgetragen, wie die eher melancholischen Liebeslieder der Zeit mit klingenden Namen wie "Anything goes", "Love is the sweetest thing" oder dem deutschen Schlager "Bel Ami". Die schöne Stimme des Frontmanns Duncan Galloway kam im Song "Bout a Quarter to Nine" besonders gut zur Geltung.

Witz und Lebensfreude vermittelten nicht nur die Musik, sondern auch die mit Sprachspielen angefüllten Texte. Für den Slapstick auf der Bühne sorgte die Posaune, die als Tiefflieger lautmalerisch durch das Lied "Me and Jane in a Plane" (Ich und Jane in einem Flugzeug) flog. Duncan Galloway konnte sein Publikum mit kleinen Anekdoten, Witzen und Gags begeistern. So widmete er den Song "Let yourself go" dem englischen Fußball-Nationaltrainer Fabio Capello, eine Anspielung auf das schlechte Abschneiden der englischen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft.

Weltklasse spielte das Pasadena Roof Orchestra die "Black and Tan Fantasy" von Duke Ellington. Spannende Momente erzeugten die Bläser, wenn Blechbläser mit Holzbläsern spielerisch konkurrierten.

Als Zugabe spielte die Tanzkapelle die temporeichen Stücke "Nagasaki" und "Pasadena Town". Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen. "Ihr Applaus ist unsere Gage", ließ dann auch Duncan Galloway augenzwinkernd wissen.