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Weltstars, Waltz und West Side Story

Weltstars, Waltz und West Side Story

50 Jahre wird das Luxemburger Theater alt, zehn Jahre sind seit dem Neustart als modernes europäisches Großstadt-Haus vergangen. Das Grand Théâtre lässt sich die Gelegenheit eines Doppeljubiläums nicht entgehen: Gestern präsentierten die Verantwortlichen einen ambitionierten Spielplan.

Luxemburg. Die Liste großer Namen, die Intendant Frank Feitler in der kommenden Saison aufbietet, ist imposant. Angeführt von Oscar-Preisträger Christoph Waltz, der als Opernregisseur debütiert, über Superstars des französischen Kinos wie Isabelle Huppert, Cecile de France und Mathilda May, mit großen deutschen Theaterleuten wie Michael Thalheimer, Ulrich Matthes oder Irm Herrmann, Tanzgrößen wie Sasha Waltz, Mats Ek und Sidi Larbi Cherkaoui bis hin zu hochkarätigen Sängern wie Catherine Naglestad, Georg Zeppenfeld oder Stella Doufexis: Allein die Köpfe bieten reichlich Grund und Gelegenheit für einen Theaterbesuch.
Populäres und Raritäten


Wie gewohnt mischen die Luxemburger Populäres und Raritäten. Da soll die West Side Story in der Original-Choreographie als Jubiläumsproduktion im Januar massenhaft Publikum anlocken, versorgen Verdis "Macht des Schicksals" und der "Rosenkavalier" von Strauss die klassisch orientierte Klientel, während Barock-Schmankerl und zeitgenössisches Musiktheater lebender Komponisten die Experten und Fans entzücken dürften.
Beim Schauspiel liefert die Saison 2013/14 einmal mehr einen Blick auf große, wegweisende Produktionen der deutschen Theater-Metropolen. Vom Deutschen Theater Berlin kommt das Riesen-Griechen-Projekt "Ödipus Stadt", aber auch das preisgekrönte Debüt "Muttersprache Mameloschn" von Marianna Salzmann. Die Münchener Kammerspiele schicken mit ihrem auf einem Bauernhof verorteten "König Lear" die meistdiskutierte Shake speare-Aufführung des Jahres, und Christoph Marthaler kommt mit seiner in ganz Europa gefeierten Interpretation von Horvaths "Glaube, Liebe, Hoffnung".
In allen Sparten gibt es Eigenproduktionen mit Künstlern aus der Luxemburger Szene. Die Komponistin Catherine Kontz ist mit ihrer Oper "Neige" vertreten, begleitet von den United Instruments of Lucillin. Kultpianist Francesco Tristano macht Tanztheater mit dem japanischen Tänzer Saburo Teshigawara, Schauspieler Luc Feit darf erneut eine Uraufführung von Albert Ostermaier aus der Taufe heben.
Die Eintrittspreise im Grand Théâtre bleiben im Wesentlichen konstant: In der Oper kosten Tickets je nach Platz zwischen 25 und 65 Euro, bei Tanz und Schauspiel zwischen 15 und 25 Euro. Für Kinder, Jugendliche und Studenten sind Karten schon ab acht Euro zu haben.
Ungewöhnlich ist die Abo-Struktur: Besucher können aus allen Angeboten ihr persönliches Programm zusammenstellen - und erhalten einen Rabatt, der sich nach der Anzahl der Vorstellungen richtet.
Shuttle-Bus eingestellt


Kleiner Wermutstropfen für Besucher aus Trier: Den Shuttle-Bus wird es bis auf weiteres nicht mehr geben. Anders als bei der Philharmonie, die das Bus-Angebot ständig ausgeweitet hat, hielt sich beim Grand Théâtre die Nachfrage in Grenzen. Das hat aber, so vermutet Intendant Feitler, eher mit der Mentalität und der Mobilität der Theaterbesucher zu tun. Die Nachfrage aus der Region Trier sei "konstant gut" - nur dass Theaterfreunde offenbar lieber mit dem eigenen PKW anreisen.

Ausführliche Informationen zum Programm des Grand Théâtre und die wichtigen Termine am Donnerstag in unserer Beilage . Infos auch auf www.theatres.lu