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Weltweite Schallplatten-Produktion könnte nach Feuer gefährdet sein

Materialknappheit : Weltweite Schallplatten-Produktion könnte nach Feuer gefährdet sein

Zur Herstellung von Schallplatten wird ein bestimmter Lack benötigt. Dieser wird in nur zwei Firmen weltweit hergestellt. Bislang. Denn eine dieser Fabriken ist abgebrannt. Ein Experte spricht bereits von einem „Vinylgeddon“.

Gerät die Produktion der Schallplatte bald in ernsthafte Gefahr? Das könnte die Folge eines Brandes am Freitag in der kalifornischen Gemeinde Banning sein. Dort wurde die Fabrik und das Lager der Firma Apollo Masters zerstört. Die gute Nachricht vorweg: Es wurde niemand verletzt.

Schaden könnte allerdings die Schallplattenindustrie nehmen. Apollo Masters stellt einen bestimmten Lack her, der für die Herstellung von Schallplatten nötig ist. Weltweit gibt es nur zwei Firmen, die diesen Lack herstellen, eine davon wurde mit Apollo Master nun zerstört.

Doch was hat es mit diesem speziellen Lack auf sich? Kurze Erklärung: Um eine Vinyl herzustellen, braucht man eine Master Disc. Das ist eine dünne Aluminium-Scheibe, die mit Lack beschichtet ist. In diesen Lack wird im Schneidestudio mit einem Stichel die Rille aufgebracht. Diese Methode nennt sich Lacquer und die am meisten verwendete zum Herstellen der Master Discs. Apollo stellte nicht nur den Lack her, sondern auch die Sichel, die für das Schneiden benötigt wird.

Liest man das Statement von Apollo Masters, dann macht das wenig Hoffnung: „Wir sind momentan unsicher, was unsere Zukunft angeht“, heißt es dort. „Momentan evaluieren wir die Möglichkeiten, wie wir es durch diese schwere Zeit schaffen.“

Auch bei Vinyl-Fans geht die Angst um. Gil Tamazyan, Gründer des kalifornischen Vinyl-Presswerks Capsule Labs spricht gegenüber des Billboard-Magazins von großem Problemen für die Industrie: „Wenn nicht schnell etwas passiert, dann wird es bald ein Vinylgeddon geben.“ Er schätzt, dass Apollo 80 Prozent der der oben genannten Lacquer-Master-Discs produziert.