Weniger und besser ist mehr

Weniger und besser ist mehr

Wir können Fleisch billig einkaufen, doch der Preis dafür ist hoch. Daran erinnern regelmäßig Schlagzeilen über Massentierhaltung und Lebensmittelskandale. Vielerorts wächst deshalb die Besinnung auf Qualität und ökologische Verantwortung. Einer, der sie auch lebt, ist Dieter, jetzt "Max", Moor, der im April zum Eifel-Literatur-Festival nach Prüm kommt.

Prüm. Zum Eifel-Literatur-Festival wird Dieter "Max" Moor sein Buch "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger" mitbringen. Den Titel hat er gewählt, weil ihm die Philosophie dahinter gefällt: "In unserer Konsumwelt kann man mal eben vier Paar Schuhe kaufen. Von asiatischen Kindern gefertigt, kosten sie zusammen so viel wie ein einziges Paar vom Schuhmacher. Ich finde es aber besser, das eine Paar beim Schuhmacher zu kaufen - lieber einmal gut, als mehrmals schlecht."eifel-literatur-festival 2014


Diese Einstellung bestimmt das Leben, das der Titel-Thesen-Temperamente-Moderator und seine Frau Sonja, Filmproduzentin und diplomierte Landwirtin, seit zehn Jahren im brandenburgischen Hirschfelde führen. Sie bewirtschaften dort einen Bio-Bauernhof. "Wir wollten nicht einfach auf dem Land sein, sondern dort etwas tun, uns mit Landwirtschaft eine Existenz schaffen, die uns später auch ernähren kann, wenn das mit den Medien nicht mehr so läuft", sagt Moor. Es sei für sie beide nur Ökolandbau infrage gekommen. "Und wenn man überlegt, was als ökologisch gilt, merkt man, dass man da sehr strenge eigene Maßstäbe hat", sagt Moor. "Irgendwann artet es aus in den Ehrgeiz, zu beweisen, dass man mit der Natur gemeinsam so wirtschaften kann, dass man davon leben kann."
Zumindest was die Rahmenbedingungen angeht, stehen die Chancen dafür derzeit nicht schlecht. Veränderte Verbrauchernachfrage und politische Instrumente wie die aktuelle EU-Agrarförderung für kleinere und ökologisch geführte Betriebe schaffen günstige Voraussetzungen. In Rheinland-Pfalz haben sich alleine in diesem Jahr 72 neue Betriebe für ökologisches Wirtschaften entschieden, insgesamt werden im Land über sechs Prozent der Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet. In Brandenburg sind es bereits elf Prozent, das ist bundesdeutscher Spitzenwert.
Die Moors wirtschaften nach den strengen Demeter-Richtlinien. In deren Mittelpunkt steht das gesunde Zusammenspiel von Menschen, Tieren, Pflanzen und Erde auch unter Berücksichtigung kosmischer Kräfte. Moors verkaufen Fleisch ab Hof: "O.k., da zahlst du etwas mehr an der Kasse, aber dafür hast du etwas", sagt Max Moor. Zu ihm kämen manchmal ältere Leute aus dem Dorf, die sagten, zum Besuch ihrer Kinder wollten sie mal einen Braten haben, der so schmeckt wie früher. "Da sind wir wieder bei der Nachhaltigkeit - aber das ist schon so ein abgenutzter Begriff. Letztendlich geht es um Qualität und Lebensfreude."
volksfreund.de/
eifelliteraturfestival2014Extra

Dieter "Max" Moor liest als Gast des Eifel-Literatur-Festivals 2014 am Freitag, 25. April, 20 Uhr, in der Aula der ehemaligen Hauptschule in Prüm aus "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger". Karten, auch ein Jahresfestivalticket mit Rabatt und Platzreservierung, gibt es im TV-Service-Center in Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie auf ww.volksfreund.de/tickets. Informationen über das Festival unter www.eifel-literatur-festival.de ae