Wenn der Dudelsack zu rocken beginnt

Wenn der Dudelsack zu rocken beginnt

"Kunstraub" im Amphitheater - das hat\'s wohl auch noch nicht gegeben (oder zumindest nicht in den letzten Jahrhunderten). Doch jetzt hat einer stattgefunden - und zwar mit der Mittelalter-Rockbank In Extremo. Und ihr Publikum haben sie unter freiem Himmel zu begeisterten Mittätern gemacht.

Trier. Sie sind Deutschlands erfolgreichste Mittelalter-Rock-Band und feiern nächstes Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Tonträgern zählen sie ebenso zu den kommerziell erfolgreichsten Bands in Deutschland: In Extre-mo.
Erste Bekanntheit erlangten sie durch ihre zahlreichen Auftritte auf Mittelaltermärkten. Bislang haben sie elf Studioalben veröffentlicht und immer wieder mit anderen namhaften deutschen Musikern zusammengearbeitet: beispielsweise Paddy Kelly von der Kelly Family, Thomas D von den Fantastischen Vier oder Rea Garvey von Reamonn.
Ihre aktuelle Tour "Kunstraub" sollte die Band neben Auftritten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Tschechien und den Niederlanden nun auch erstmals nach Russland und in die Ukraine führen. Die geplanten Konzerte in der Ukraine musste die Band allerdings aufgrund der politischen Situation absagen.
Rund 2000 Zuschauer waren ins Amphitheater gekommen, um die Band aus Berlin open air zu erleben - und alle waren begeistert.
Beispielsweise auch der 21-jährige Alex Zischke aus Zerf, der sich selbst als "weltgrößten Fan" bezeichnet. "In Extremo sind einfach die beste deutsche Band ever! Sie sind in ihrem Bereich einzigartig, entwickeln sich ständig weiter, werden dabei aber immer nur besser", lautet sein Urteil. Auch Christian Adams, 36 Jahre alt aus Trier, ist bereits Jahre lang Fan des "Dudelsack Rocks", wie er es selbst scherzhaft nennt.
Die Band rund um Frontmann Michael Robert Rhein, in Künstlerkreisen besser bekannt als "Das letzte Einhorn", überzeugte nicht nur mit frechen Sprüchen, witzigen Einlagen mit den Fotografen der Presse, die einmal alle zum "Polaroid machen" auf die Bühne gebeten wurden, und charmanter Natürlichkeit, sondern auch mit einer Bühnenshow in Perfektion. Pyrotechnik auf der Bühne und in den Rängen des Amphitheaters heizten nicht nur den Musikern auf der Bühne, sondern auch den Zuschauern vor selbiger ordentlich ein.
Der interessante, mitreißende musikalische Mix aus Rock und Metalelementen, dazu mittelalterlichen Instrumenten wie der Schalmei, Dudelsack, Harfe und einer Nyckelharpa sowie deutschen, mittelalterlich angehauchten Texten, gepaart mit dem originellen Auftreten der Bandmitglieder, weckten schnell Begeisterung.
Das Ergebnis ist ein buntes musikalisches Flickwerk aus Stilen, Texten, Elementen und gesanglichen Sprüngen durch die Oktaven und in die Kehlstimme. Höhepunkte waren unter vielen anderen die Lieder "Gaukler", "Himmel und Hölle", "Küss mich" und die dritte von insgesamt vier Zugaben "Spielmannsfluch", bei der Frontmann und Gründer Michael Robert Rhein einen Schalmeienspieler aus dem Publikum auf die Bühne bat und ihn aufforderte, die Band zu begleiten. So dass am Schluss Frontmann Rhein selbst so bgeistert war, dass er seinem Publikum bescheinigte: "Ist verdammt geil hier bei euch in Trier!" sbra