Wenn die Fläche in den Raum wächst

Brückenschlag über den Ozean: in der Galerie Palais Walderdorff präsentieren die Trierer Künstlerin Lilo Schaab und der Amerikaner Nicholas Wood gemeinsam ihre Gemälde und Skulpturen.

 Nicholas Wood und Lilo Schaab mit einer Arbeit von Nicholas Wood. TV-Foto: Eva-Maria Reuther

Nicholas Wood und Lilo Schaab mit einer Arbeit von Nicholas Wood. TV-Foto: Eva-Maria Reuther

Trier. Gute Laune verbreiten die leuchtenden Farben, die einen schon durch die Glasfront anstrahlen. Im Erdgeschoss der Galerie Palais Walderdorff hat Nicholas Wood seine Skulpturen-Gemälde (oder sind es doch eher gemalte Skulpturen?) an die Wand entlang gehängt. Ein heiteres Wechselspiel nach dem Prinzip "vom Gemälde zur Skulptur und zurück" präsentiert der 1946 geborene Amerikaner aus Arlington in Texas. Dass beim Anschauen Freude aufkommt, machen allein der Witz, die Sinnenfreude der Farben und die nach Pop Art Manier aufgeblasenen Formen. Und schließlich reizen die Wandobjekte, allesamt aus der Fläche in den Raum gewachsene Gemälde. Nur dass diese hier weit poetischer sind. Wood ist übrigens hierzulande kein Unbekannter. Hat doch der Kunstprofessor mit den grauen Locken vor einigen Jahren in der Tufa eine Ausstellung von Künstlern aus der Trierer Partnerstadt Fort Worth betreut. Nicht unbekannt ist in Trier auch Lilo Schaab, die gemeinsam mit Wood in der Galerie ausstellt. Oben im ersten Stock gilt es diesmal eine weithin unbekannte Lilo Schaab zu entdecken. Die Künstlerin verblüfft durch völlig neue Perspektiven und eine reizvolle Reduzie rung. Auch wenn ihr die Freude an der Farbe geblieben ist, so hat sie doch hier ihre Farbenlust in reizvollen Bildräumen mit schöner Lichtführung und in strengen geometrischen Ordnungen gebändigt. In der Zusammenschau mit Woods poetischer Heiterkeit tun sich zwei entgegengesetzte Künstlerseelen auf, die sich frei nach Goethe zu fliehen scheinen und sich offensichtlich doch bestens gefunden haben.

Bis 28. Juni, Di-Fr 11-13 Uhr u.14-17 Uhr, Sa, So 10-13 Uhr, www.gb-kunst.de

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