Konzert: Wenn die Mühle swingend klappert

Konzert : Wenn die Mühle swingend klappert

Beim Konzert von Markus Burger, Jan von Klewitz und dem Athos Ensemble bekamen Volkslieder ein neues, musikalisches Gewand. Den 280 Besuchern hat das sehr gefallen.

Markus Burger und Jan von Klewitz sind beim Mosel-Musikfestival keine Unbekannten. 2007 haben sie bereits in der Basilika in Trier mit dem Athos Ensemble mit Luther Chorälen ein Konzert gegeben. Jetzt sind sie wieder zu Gast in der Wallfahrtskirche Klausen. Mit dabei haben sie Volkslieder, denen sie mit ihren Arrangements ein neues Klanggewand mit viel Raum geben. Los ging es mit einem Hauch von Ton, den Jan von Klewitz mit seinem Saxofon spielte. Nach einem kurzen, zarten Intro setzte Markus Burger, der sich als ein musikalischer Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne versteht, ein. In den ersten Passagen klingt es, als gingen die beiden musikalisch, gemeinsam in einem Park spazieren. Immer wieder kam es zu gemeinsamen Rhythmen, dann geht der eine vor, der andere folgt und man trifft sich wieder. Schließlich ist das Thema „Kommt ein Vogel geflogen“, deutlich erkennbar und wird durch lange Läufe am Saxofon, die sich emporwinden und intensivere Akkorde am Flügel, verstärkt. „Am Brunnen vor dem Tore“ ist das nächste Volkslied, das mit einer Swingphrasierung und Triolen, die umspielt werden, eine leichtere Note bekommt. Das Athos Emsemble, mit Angelika Lenter im Sopran, Sandra Stahlheber im Alt, Hannes Wanger Tenor und Christian Dahm Bass, setzt mit ihren klassischen Passagen ein strengeres Stilelement. Ausgewogen ist die Mischung, weil Markus Burger es versteht, am Flügel immer wieder die Übergänge zwischen den swingphrasierten und improvisierten Teilen des Stücks mit den traditionellen zusammenzuführen.

Ein musikalischer Block wird a cappella vom Athos Ensemble gestaltet. Dabei sind ihre Arrangements anspruchsvoll und klingen doch getragen und leicht, wie beispielsweise bei „Elslein, liebes Elslein mein“. Wie ein eigenes Volkslied von ihm klänge, wurde Markus Burger einmal gefragt, und die Antwort ist ein von ihm komponiertes Abendgebet, das durch Läufe mit Spannungstönen geprägt ist und das sowohl geruhsam als auch nachdrücklich klingt. Jan von Klewitz improvisiert hier mit frischen Tonfolgen, die mit Quintsprüngen durchsetzt sind, die sehr jazzig und zielstrebig wirken. Zum Ende hin entwickelt es sich mit immer mehr langen, geraden Tönen zu einem klassisch anmutenden Stück.

Mit einem Volksliedklassiker dem „Annchen von Tharau“ ging es weiter. Markus Burger, der in Wittlich geboren und in Pünderich aufgewachsen ist, und nun in Kaliforniern am renommierten Fullerton College lehrt, hat „Das Maienglück“ in Alaska selbst geschrieben: Vor blühenden grünen Wiesen, mit mächtigen Gletschern im Hintergrund. Es besticht durch eine klare Melodienführung am Klavier, die von umspielten Tönen begleitet wird.

Das Athosensemble steht bei „Kein schöner Land in dieser Zeit“ im Vordergrund und wird von Markus Burger zurückhaltend begleitet. Beim letzten Stück, „Nun ruhen alle Wälder“, hat Jan von Klewitz noch einmal seine herausragende Klasse gezeigt und seinen warmen, vollen Ton am Saxofon voll ausgespielt. In seiner lebendigen Improvisation waren Überraschungsmomente, Dynamik und verschieden Tempi vertreten, die sein Können unter Beweis gestellt haben. „Die Mühle am rauschenden Bach“, wurde in einer sehr lebhaften Version vorgetragen, der Rhythmus im Swing, das Athos-Ensemble mit vielen rhythmischen Akzenten. Nach stehendem Applaus und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker mit „Der Mond ist aufgegangen“.

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