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Wenn Gott etwas durcheinanderbringt

Wenn Gott etwas durcheinanderbringt

Alle Jahre wieder präsentiert die Tufa ein Weihnachtsmärchen. Am Adventssamstag hatte "An der Arche um Acht" Premiere im kleinen Saal der Tufa. Die Kleinsten erfreuten sich an den lustigen Pinguinen, die Älteren konnten sich mit dem Glauben an Gott auseinandersetzen.

Trier. Die Stühle im kleinen Saal der Tufa sind voll besetzt, wenn auch auf den großen Matten vor der Bühne noch einige Kinder Platz gehabt hätten. Umso gemütlicher räkelten sich einige der kleinen Besucher ganz nah am Ort des Geschehens und verfolgten aufmerksam die Geschichte um die drei namenlosen Pinguine, die durch Mützen in verschiedenen Farben zu unterscheiden sind. "Du stinkst nach Fisch!", pöbelt der kleine Pinguin mit der roten Mütze (Friederike Majerczyk) seinen Freund mit der grünen Mütze an. Gelächter im Saal, als sich die niedlichen Pinguine schubsen und mit ihren paddelartigen Flügeln verhauen. Als der rotmützige Pinguin einen Schmetterling zertritt, entsteht eine Diskussion unter den dreien: "Gelegentlich könnte Gott sich mal bemerkbar machen", findet der blaumützige Pinguin (Sebastian Gasper). "Bei uns hat Gott etwas durcheinandergebracht", stellt der kleine Pinguin mit der roten Mütze fest: "Wir sind Vögel und stinken nach Fisch - wir haben Flügel und können nicht fliegen!" Und überhaupt: Gibt es Gott wirklich? Darüber zerstreiten sich die Freunde. Kurz darauf verkündet eine Taube (Claudia Cartellieri), dass eine Sintflut bevorsteht und nur zwei Tiere von jeder Sorte auf die Arche dürfen. Ob die drei Freunde es doch schaffen, zusammen an Bord zu kommen? Wie immer versteht es Regisseur Florian Burg, mit minimalem Aufwand die Illusion von verschiedenen Orten entstehen zu lassen. Für alle sichtbar wird im Laufe der Handlung mit ein paar Handgriffen aus einem Eisberg eine Arche und aus dieser wiederum deren Innenraum. Für die Kostüme der vier Darsteller ist Stephan Vanecek, der auch die Rolle des Pinguins mit der grünen Mütze spielt, zuständig. Am Ende geht natürlich alles gut aus - die Frage, ob es Gott gibt, soll allerdings jeder für sich selbst entscheiden, so die Botschaft des Stücks. Kinder wie Erwachsene spenden reichlich Applaus. Für Tanja Geiben und ihre neunjährige Tochter Annalena gehört das Tufa-Weihnachtsmärchen zum persönlichen Adventsprogramm - "genau wie das Eislaufen auf dem Kornmarkt." Für diese Veranstaltungen kommen sie jedes Jahr aus Adenau am Nürburgring angereist. Auch Elisabeth Cartus (11) aus Trier sagt: "Es war toll. Ich glaube an Gott. Man merkt zwar nicht richtig groß was, aber man kann ja mal glauben". Johann Truong aus Trier ist mit seinen beiden Neffen da und findet: "Florian Burg macht immer schöne Sachen für Kinder - und auch die Erwachsenen haben ihren Spaß." kapEintrittspreise und weitere Termine unter: tufa-trier.de