1. Region
  2. Kultur

Wenn neue Kunst zur Helferin für alte wird

Wenn neue Kunst zur Helferin für alte wird

Ein erfreuliches Echo erfährt das künstlerische Hilfsprojekt der St. Matthias Stiftung Trier zur Rettung des Kreuzgangs der traditionsreichen Abtei. In der Halle der Sparkasse Trier in der Theodor-Heuss-Allee werden die entstandenen Werke jetzt gezeigt und zum Kauf angeboten.

Trier. "Zeitgenössische Kunst hilft, alte Kunst zu erhalten." Remigius Kühnen, Kuratoriumsmitglied der St. Matthias Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, brachte auf den Punkt, was das Kunstprojekt der Stiftung bezweckt. Vor einiger Zeit waren die Künstler der Region eingeladen worden, sich an einem Hilfsprojekt zugunsten der Restaurierung des Kreuzgangs der Abtei zu beteiligen.
Verbunden waren mit der Einladung zwei Führungen, bei denen die Kunstschaffenden Gelegenheit hatten, sich über den Bau, seine Geschichte, die Schäden seiner Bausubstanz sowie das Klosterleben zu informieren. Die dabei erworbenen Eindrücke und Einsichten sollten künstlerisch ausgewertet und überformt werden.
Das Echo auf den Hilferuf war überwältigend. Aus der Vielzahl der eingereichten Arbeiten hat eine Jury rund 80 Werke ausgewählt, die zugunsten der Abtei verkauft werden. Die Hälfte des Kaufpreises kommt der St. Matthias Stiftung zugute. Etwa 50 Künstler aus der Region sind beteiligt. "Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der Arbeiten", freut sich Abt Ignatius von der Abtei St.Matthias. Hochzufrieden ist auch Gabriele Lohberg, die das Projekt betreut hat. Die Leiterin der Europäischen Kunstakademie findet besonders eindrucksvoll, wie intensiv sich die Projektteilnehmer in das Thema vertieft haben.
Zu sehen sind Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Objekte. Eindrücklich, bisweilen anrührend, spiegeln die Arbeiten den ganz persönlichen Zugang ihrer Schöpfer zum Thema wider. Zu den eindrucksvollsten Arbeiten gehört die schwarz-weiße Untersicht der Brücke nach St. Matthias der Fotografin Karola Perrot. Schemenhaft taucht in der Ferne die Abtei auf. "Ich habe die Unterseite der Brücke als Bild für den langen Weg gewählt, dessen Bewältigung auf den Pilgern lastet", sagt Perrot. Aus den traditionellen liturgischen Farben rot, blau und violett hat Mathilde Roller eine meditative Arbeit über das "Kreuz der Christen" geschaffen.
Eine Sardinenbüchse ist Heinrich Kellers Bild für Konservierung. In einem poetischen Traumbild veräußert Petra Kohns-Merges, was sie tief im Innern als Kindheits-und Jugenderinnerung von St. Matthias bewahrt. Markus Bydoleks fotografierte Buchrücken führen vor Augen, was diese Bücher bedeuten: Jahrhundertealtes Wissen, das fortwirkt.
Manch ein vertrauter Künstler wird in den Arbeiten zu St. Matthias zur Neuentdeckung, so wie Mario Diaz-Suarez und seine fast surrealistischen farbigen Fotokollagen "Kardinalspunkte". Waltraud Jammers, die - wie sie sagt - vom Ort angezogen ist, seit sie in Trier wohnt, hat es in einer sehr feinen Zeichnung so ausgedrückt: "Ein großes Puzzle, das zu Ende geführt werden soll." Was für die Geschichte der Abtei wie die anstehende Restaurierung gilt.

Die Ausstellung ist bis zum 7. November zu sehen. Zur Finissage am 7. November findet eine Versteigerung der bis dahin nicht verkauften Arbeiten statt - ebenfalls zugunsten der Kreuzgangrestaurierung. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8.30 bis 16.30 Uhr. Adresse: Sparkasse Trier, Theodor-Heuss-Allee 1 er