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Weihnachtskonzert
Ausverkauft: Wenn Triers berühmter Sohn Guildo Horn Weihnachtslieder singt

Proppevoll ist die Trierer Europahalle beim Weihnachtskonzert von Triers berühmtem Sohn Guildo Horn. Weil der Andrang seit fast 20 JAhren ungebrochen ist, gibt es 2018 gleich zwei dieser Konzerte.
Proppevoll ist die Trierer Europahalle beim Weihnachtskonzert von Triers berühmtem Sohn Guildo Horn. Weil der Andrang seit fast 20 JAhren ungebrochen ist, gibt es 2018 gleich zwei dieser Konzerte. FOTO: Björn Pazen / TV
Trier. So ausverkauft war die Trierer Europahalle noch nie beim Weihnachtssingen von Guildo Horn - und weil der Meister die Massen immer noch derart bewegt, gibt es 2018 gleich zwei Konzerte am gleichen Tag. Von Björn Pazen

23. Dezember. Trier. Europahalle. 19.25 Uhr. Unendlich lange Schlangen vor der Garderobe. 19.45 Uhr. Am Getränkestand im Foyer geht zwischenzeitlich der Sekt aus. 19.50 Uhr. Wer wissen will, was ausverkauft heißt, muss versuchen, sich durch die Eingänge nach innen zu pressen. Keine Chance. Absolut kein Platz mehr. Voller war die Europahalle am Vorabend des Heiligen Abends noch nie, bereits Mitte Oktober gab es keine Tickets mehr. 22.29 Uhr: Die ersten Töne von „Weihnachten bin ich Zuhaus“, pure und finale Ekstase beim Publikum in der Sardinendose. Dazwischen: Sternstunden der Meister-Hysterie.

Was bitte ist das Mysterium einer Veranstaltung zu erklären, die es seit 25 Jahren am identischen Ort mit einem nur partiell geänderten Programm gibt, und zu der gefühlt seit 25 Jahren dieselben Menschen pilgern? Guildo zieht immer noch die Massen an, auch wenn sich sein national bedeutsamster Aufritt 2018 bereits zum 20. Mal jährt. Aber auch 19,7 Jahre später schallt es immer noch durch die Europahalle „Guildo war in Birmingham“, als Reminiszenz an seinen Start beim Eurovision Song Contest 1998 in besagter englischer Industriestadt.

Anno 2017 war noch mehr Weihnachten als sonst - üblicherweise ist das Weihnachtssingen Horns, seiner Begleitband „die Orthopädischen Strümpfe“ und der blechblasenden „asozialen Blaszentrale Dessau“ ziemlich genau zweigeteilt in weihnachtliches Liedgut und Schlager. Nun gab es noch ganze drei Schlagermelodien (Guildo hat euch lieb, Tränen lügen nicht, Wunder gibt es immer wieder), und dafür bis kurz nach 22 Uhr die von Triers zweitberühmtesten Sohn (nach Karl Marx, vor Rudi Thömmes) umgedichteten Weihnachtslieder. Dazu zählten: Mein Freund der Tannenbaum (auf die Melodie von The winners takes it all), Ein feiner Christbaum (Final Countdown), Es weihnachtet sehr (YMCA), Dicker Dieter (Chiquitita), Papa war der Weihnachtsmann (Papa was a rolling stone), Unter dem Weihnachtsstern (Under the moon of love), Schöne Weihnachtszeit (Everlasting love) und viele, viele mehr - fast 90 Minuten lang.

Ein Schelm denkt Böses, wenn er dies damit in Verbindung brächte, dass Guildo gerade eine neue Live-CD mit den Höhepunkten seiner Weihnachtstourneen unter dem Namen „Weihnachten mit Guildo“ veröffentlicht hat. Das Cover dieser CD - eine hundertprozentige Kopie von „Weihnachten mit Heintje“ aus dem Jahr 1968, speziell, was den blauen Rollkragenpullover betrifft - war die Bühnendeko, um auch jeden daran zu erinnern, dass es die CD im Foyer käuflich zu erwerben gibt.

Apropos Rollkragenpullover: Die Fans hatten wieder ganz tief in Altkleiderverstecken, Karnevalsschränken oder anderen Verkleidungsutensilien gewühlt, um sich stilecht zu kleiden. Und wer sich fragt, wer eigentlich alle die mit LED-Lampen verzierten Rentierpullover aus dem Discounter-Weihnachtsgeschäft kauft, wusste am 23. Dezember ebenfalls die Antwort.

Weihnachtskonzert mit Guildo Horn in Trier FOTO: Von Björn Pazen

Und alle gingen verschwitzt, auf den Heiligen Abend eingestimmt nach Hause - mit dem klassischen Zitat auf den Lippen: „Frohe Weihnachten - und bis nächstes Jahr“. Dann mit möglicherweise etwas mehr Luft zum Atmen, denn es gibt die Veranstaltung im Doppelpack (siehe Extra).