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"Wer Stromberg sucht, wird ihn auch finden"

"Wer Stromberg sucht, wird ihn auch finden"

Zwei Generationen deutscher Schauspielkunst werden im Trie rer Projekt "Im Reich der Schatten" zu hören sein. Christoph Maria Herbst und Peter Striebeck erzählen dem TV, was sie an diesem Stück fasziniert. Besonders Herbst ist dabei gut drauf.

Trier. (jp) Striebeck spricht den Geschäftsmann Asper, der die Unterwelt nach dem Schatten seiner verstorbenen Frau durchsucht. Herbst vertont den Gott Merkur, der Asper ständig in Versuchung führt und ihn mit List von seinem Weg abbringen will. "Im Reich der Schatten" ist ihre erste Zusammenarbeit. Während der Tonaufnahmen in einem Hamburger Studio haben beide Zeit für ein Gespräch mit dem TV.

"Mich begeistern vor allem die Texte", sagt Striebeck. "Sie sind ausgezeichnet ausgewählt worden und erwecken tatsächlich den Eindruck, als seien sie für dieses Stück geschrieben." Herbst denkt praktisch: "Nach meinem Abitur am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal hatte ich ein Großes Latinum mit einer schlappen Vier. In Trier kann ich an meinem Latein basteln." Auch wenn sein Merkur natürlich größtenteils deutsch spricht.

Wie gestalten die beiden Profis ihre Figuren? "Man sucht die Personen, die man spricht, auch in sich selbst", sagt Striebeck. "Das Stück lebt von der Gegensätzlichkeit der Rollen. Asper ist traurig und nachdenklich, Merkur ist frech und spricht doppelt so schnell. Für ihn ist Aspers Leid kein Thema, er delektiert sich an der Trauer."

Das klingt auch sehr nach dem fiesen Bürochef Bernd Stromberg, Herbsts berühmtester Figur. "Merkur heißt nicht Bernd", betont der Mime. "Aber wer den Stromberg in der Rolle sucht, der wird ihn auch finden." Striebeck ergänzt: "Die Rolle als Stromberg hat ihn halt klar geprägt."

"Wir werden in Trier eine Weltpremiere und ein in der Museenlandschaft einmaliges Projekt aus der Taufe heben", kündigt Peter Striebeck an. Herbsts Einwurf "Auch wenn sie mich am Theater Trier nicht genommen haben" klingt dann wieder sehr nach Stromberg.Hintergrund Christoph Maria Herbst (44) spielte von 2004 bis 2009 die Hauptrolle in der Pro-7-Serie "Stromberg" und erhielt dafür den Adolf-Grimme-Preis und dreimal den Deutschen Comedy-Preis als bester Schauspieler. Herbst trat in vielen Comedy-Shows und Filmen auf und hat auch viel Erfolg mit klassischen Rollen auf großen Bühnen. Peter Striebeck (72) gab sein Debüt 1960 am Theater Ulm. In den 60ern gehörte er zum Ensemble des Wiener Burgtheaters und spielte am Thalia Theater Hamburg, dessen Intendant er in den 80ern wurde. Seine bekanntesten Filme sind "Wilder Westen inclusive" (1988) und "Gier" (2010), beide unter der Regie von Dieter Wedel.