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Werke von Jakob Schwarzkopf in Trierer Tuchfabrik ausgestellt

Rezension : Ausstellung von Werken des Trierer Künstlers Jakob Schwarzkopf in der Tufa

Auch nach 20 Jahren ist Jakob Schwarzkopf unvergessen. Eine Ausstellung in der Trierer Tufa erinnert an den 2001 verstorbenen Künstler. Die Schau mit Werken weithin aus Privatbesitz ist umfangreich, aber recht beliebig.

Das war ein großes Jakob Schwarzkopf  Revival. Rund 200 Gäste hatten sich in der Tufa eingefunden, um gemeinsam die Gedächtnisausstellung für den 2001 verstorbenen Trierer Künstler zu eröffnen, darunter Angehörige, Freunde, Fans und Leihgeber. Ursprünglich war die Bilderschau mit Schwarzkopfs Arbeiten pünktlich zum 20. Todestag im Juli geplant. Wegen der Pandemie hatte sie aber verschoben werden müssen (der TV berichtete).  Ebenfalls 200 Arbeiten des 1926 geborenen Malers, Graphikers und Glaskünstlers hängen jetzt auch im ersten Obergeschoss an der Wand oder als Glasarbeiten im Raum.

Eigentlich hätten noch mehr zur Verfügung gestanden, berichtete Jana Schröder, die Geschäftsführerin des sozio-kulturellen Zentrums. Doch das hatten die Platzverhältnisse im zweiten Obergeschoss nicht erlaubt. „Bring your own (BYO) Schwarzkopf“ hatte Kurator Andreas Hamacher vor allem private Sammler aufgefordert, ihren hauseigenen Schwarzkopf-Bestand für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Die Resonanz war wie gesagt gewaltig und beweist eindrucksvoll, dass der  Künstler durch seine Werke nicht nur in Kirchen, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden weit über die Grenzen hinaus weiterlebt, sondern auch in zahllosen Privathäusern. Und das ist eigentlich schon die wichtigste und die erfreuliche Botschaft dieser Ausstellung über einen ebenso eigenwilligen Menschen wie erinnerungswürdigen Künstler.   

Schwarzkopf sei ein Künstler gewesen, der in seinem Werk erlebbar gemacht habe, was über das Augenscheinliche hinausgehe, zitierte der ehemalige Trierer Oberbürgermeister und  Schwarzkopf Freund, Helmut Schröer, in einer heiter-nachdenklichen Laudatio sinngemäß das treffende Résumé des einstigen Bistumskonservators Franz Ronig.

Nun ist  die eine Sache, der berechtigte Wunsch,  an einen geschätzten Künstler zu erinnern und ihn zu würdigen.  Die andere ist die Frage, wie man solch ein Gedenken  als öffentliche Ausstellung gestaltet, in  der auch unerfahrene Besucher, die den Künstler nicht kennen, einen ergiebigen Einblick in sein  Werk erhalten. Das ist bei dieser Ausstellung kaum möglich.

„BYO-Bring your own“ ist ursprünglich die Aufforderung, zu Privatpartys  seine eigenen Getränke mitzubringen, heute auch den eigenen Laptop zum Arbeitsplatz und anderes. Die Betonung liegt dabei auf eigenem Gebrauch.  Das gilt auch für die Werke privater Sammlungen, die private Vorlieben spiegeln und wahllos ausgestellt, notwendigerweise wie hier eine beliebige Auswahl darstellen, die nicht unbedingt erhellend ist.

In der Tufa Ausstellung überwiegen bei weitem die Zeichnungen. Unter den Motiven  finden sich jede Menge Akte, einige Blumen sowie Trierer Stadtansichten. Nicht zu übersehen ist, dass auch Schwarzkopf, wie selbst die größten seiner Kollegen, gute und schlechte Tage hatte. Zudem sind  etliche gezeigte Blätter fraglos lediglich Schritte auf dem Weg der Bildfindung.

In Schwarzkopfs Werk hängt alles mit allem zusammen. Als gegenständlicher, figurativer Künstler war er der Linie verpflichtet, in der er in seinen besten Arbeiten virtuos Gegenstand, Gestalt und Empfindung fasste und die er ganz aus dem eigenen sinnlichen Erleben belebte und befeuerte. Dazu kommt ein ausgeprägtes, hier kaum erkennbares Farbempfinden in seinen Gemälden und seiner Glaskunst,  in der sich eindrucksvolle Zeichnung und die Farbsinnlichkeit des Malers verdichten.

Leicht könnte man nach den Exponaten der Tufa-Schau, Schwarzkopfs Glaskunst, in der immer wieder Schwarzlotzeichnungen eine Grundstruktur bilden, für düster halten. Dem ist bei genauer Betrachtung des Werks  aber nicht so. In Schwarzkopfs Glasfenstern für Kirchen, Kapellen und Missionshäusern   glüht  und strahlt das Licht in allen Farben als göttliche Erscheinung, ob die Motive abstrakt oder gegenständlich sind. Das vielfach kleinteilige Lineament seiner Figuren oder geometrischen Formen verweist  auf die aus technischen Gründen notwendige Kleinteiligkeit mittelalterlicher Kirchenfenster.

Dass immer wieder in den Kirchenfenstern des Künstlers ein tiefes Schwarz auftaucht, mag von jenem christlichen wie allgemein menschlichem Wissen herrühren, dass zum Licht untrennbar die Dunkelheit gehört. Ein Wissen, das auch Jakob Schwarzkopf teilte, wie er in einem letzten Gespräch bekannte.

Die Ausstellung ist zu sehen bis 15. Mai: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 17 Uhr; Donnerstag von 17 bis 20 Uhr und Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.
Mehr Infos auf tufa-trier.de