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Wie die Kulturschaffenden aus der Region Trier gegen’s Vergessenwerden ankämpfen

Ohne sie ist alles still : Wie die Kulturschaffenden aus der Region Trier gegen das Vergessenwerden ankämpfen (Fotos)

Zu sehen sind einige der vielen Menschen aus der Region Trier, die mit Kultur ihr Leben bestreiten. Seit einem Jahr sitzen sie auf dem Trockenen. Jetzt machen sie auf ihre Lage aufmerksam.

Kulturgesichter. So heißt eine deutschlandweite Bewegung der Kunst- und Kulturbranche, die seit dem vergangenen Sommer auf gravierende Probleme der Menschen aufmerksam macht, die von Kulturveranstaltungen leben. Seit einigen Wochen gibt es die Gruppe – mit dem Zusatz „0651“ für die Telefonvorwahl – in Trier.

Annette Sausen (rechts, groß) ist Produktionsleiterin bei der Konzertagentur Popp Concerts und organisiert die Bewegung hier vor Ort. Der Fotograf Simon Engelbert lichtet die Kulturschaffenden ab. Bis jetzt sind schon über 130 Menschen aus Trier und den angrenzenden Landkreisen fotografiert worden. „Und es gibt noch mehr Anfragen“, sagt Sausen. Seit Anfang Dezember habe es bisher vier Fotoshootings gegeben. „Ein weiteres ist geplant, aber da warten wir erst mal die aktuelle Lage ab.“ Ausgespielt werden die Porträts dann zusammen mit Namen und Beruf des Fotografierten und dem Schriftzug „Ohne uns ist’s still“ auf den Kanälen der Bewegung, auf Facebook und Instagram. Und darum geht es auch: Die Existenzen von vielen Menschen sind bedroht, ohne die Kultur nicht stattfinden kann.

Das seien nicht nur Musiker und Schauspieler, sondern auch alle, die hinter den Kulissen arbeiten, sagt Sausen. Veranstalter, Rigger, Techniker und viele andere Berufsgruppen. Vor allem alle, die in Soloselbstständigkeit arbeiten. „Von den Novemberhilfen kam bei vielen noch nicht mal der Abschlag an.“

Spezielle Forderungen oder ein Spendenkonto hat die Trierer Bewegung nicht. Stattdessen verweist man auf Alarmstufe Rot, ein zentrales Bündnis von Kulturschaffenden aus ganz Deutschland, „die sich stetig mit Forderungen an die Politik wenden“, erklärt Sausen. Wichtig sei, dass man die Corona-Maßnahmen aber nicht infrage stellt. Sausen: „Es geht darum, das man uns sieht, dass man uns nicht vergisst.“

Wer die konkreten Forderungen sehen oder spenden möchte, kann sich darüber im Internet auf
www.alarmstuferot­.­org informieren.

Fotos: Simon Engelbert

Seitenlayout: Marius Kretschmer