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Wie eine seltene Sprache Kulturen verbindet Jiddisch

Chorprojekt : Wie eine seltene Sprache Kulturen verbindet

An diesem Chorprojekt ist vieles ungewöhnlich: Junge Menschen deutscher, jüdischer und arabischer Herkunft schlagen Brücken über Kulturen und Religionen hinweg und auch zu einer hierzulande seltenen Sprache. Eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation darüber kommt jetzt ins Kino in Trier.

(aheu) Fünf Jahre hat es gedauert, bis der Dokumentarfilm „Die jungen Kadyas“ endlich fertig wurde. Deshalb sind die drei Schwestern aus Trier, die dort mitmachen, längst nicht mehr neun, elf und 13 Jahre alt. Aber was Alix, Héloíse und Zoé Neuberg erlebt haben in dem Chorprojekt von Schola cantorum Weimar und Voices of peace in Tel Aviv, das der Yiddish Summer Weimar 2017 auf die Beine stellte, ist bis heute aktuell und berührt nun zahlreiche Zuschauer in den Kinos. Der Film zeigt den Prozess des gemeinsamen Probens und Singens und den Austausch in beiden Ländern über ihre kulturellen Wurzeln. Und weil die 25 Mädchen zwischen neun und 21 Jahren auch alle unterschiedliche Sprachen sprechen, ließen sie sich bei den Liedern auf Unbekanntes ein: das Jiddische. Es sind Lieder, deren Texte die Dichterin Kadya Molodowsky (1894-1975) schrieb und zu denen Alan Bern, der künstlerische Leiter des Yiddish Summer Weimar, die Musik komponierte. Nach dieser Kadya ist der Dokumentarfilm benannt, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, so bei den Jewish Film-Festivals in Miami (USA) und Warschau (Polen) sowie bei den Biberacher Filmfestspielen.

Die Chorsängerinnen aus dem Projekt „Die jungen Kadyas“ am Strand von Jaffa (Israel).
Die Chorsängerinnen aus dem Projekt „Die jungen Kadyas“ am Strand von Jaffa (Israel). Foto: 1Meter60 Film
 Sind sich in Deutschland und in Israel begegnet: die Teilnehmerinnen aus dem Projekt „Die jungen Kadyas“.
Sind sich in Deutschland und in Israel begegnet: die Teilnehmerinnen aus dem Projekt „Die jungen Kadyas“. Foto: 1Meter60 Film

Der Film läuft am Mittwoch, 28. September, 17.30 Uhr, im Broadway-Kino in Trier. Die drei Protagonistinnen aus Trier werden zum Gespräch anwesend sein und erzählen auch auf Jiddisch von ihren Erfahrungen.