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Wie werde ich ihn los...?

Wie werde ich ihn los...?

(U. M.) Eigentlich wäre es Liebe auf den ersten Blickzwischen der Journalistin Andie Anderson und dem WerbemanagerBenjamin Barry. Aber er hat mit seinem Chef gewettet, dass sichjede Frau binnen zehn Tagen in ihn verliebt. Und sie recherchiertlive für einen Artikel, wie man einem Kerl in der gleichen Zeitgezielt in die Flucht treibt. Die Blondine, die ihm an diesemAbend in einer Bar schöne Augen macht, scheint wie geschaffen fürBens Vor- haben. Sie ist hübsch, aufgeweckt und sogarsportbegeistert. Schon träumt Ben von mehr als einemprofessionellen Abenteuer. Dann holt ihn die Wirklichkeit ein. Eine Beziehung, in der die Partner sich aus heimlichen Gründen gegenseitig das Leben schwer machen, obwohl sie doch füreinander geschaffen sind - keine Frage, diese Situation ist gut. Und eigentlich sollte es ein Leichtes sein, mit dieser originellen Ausgangsidee frischen Wind ins Fach der romantischen Hollywood-Komödie zu hauchen. Aber Donald Petrie ist nur ein inspirationsfreier Regiehandwerker, der mit "Ein verrücktes Paar" und "Miss Undercover" zwei beträchtliche Kassenhits landen konnte und sich auch diesmal vornehmlich auf verlässliche Schauspieler stützt. Kate Hudson (so gut in "Almost Famous") steigt endgültig in die komödiantischen Fußstapfen ihrer Mutter Goldie Hawn, Matthew McConaughey, sonst abonniert auf Action und Abenteuer, macht eine gute Figur als kerniger Großstadt-Traumprinz. Und drum herum wirbeln profunde Sitcom-Gesichter, die in herrlich überkandidelten Rollen dem Affen Zucker geben. In Amerika spielte der Film bereits über 100 Millionen Dollar ein, doch gründet sich dieser Erfolg vor allem in den Schwächen des Films.

In präzise kalkulierter Vorhersehbarkeit schnurrt die Story durch recht derbhumorige Sketche, sackt eine halbe Stunde vor Schluss ins Melodramatische ab und löst sich mit einem sentimentalen Happyend in Wohlgefallen auf. Die Besetzung rettet den Film vor der sterilen Beliebigkeit. Nicht auszudenken, was hier möglich gewesen wäre, wenn Buch und Regie sich nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zufrieden gegeben hätten. Aber Hollywood hat derzeit einfach nicht den Mumm, solchen Stoffen die nötige Eigenständigkeit einzuimpfen. (Broadway, Cinemaxx, Trier) hpl