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Wie wertvoll Jahre des Friedens sind

Wie wertvoll Jahre des Friedens sind

Musik aus der Zeit des Ersten Weltkriegs hat der grenzüberschreitende Robert-Schuman-Chor in Konz unter dem Titel "Courage" präsentiert. Gemeinsam mit Klassik-Echo-Preisträger Christian Schmitt haben die Sänger musikalisch an den Ausbruch der Völkerschlacht vor 100 Jahren erinnert.

Konz. Auf dem Programm stand "Courage", ein Gemeinschaftsprojekt des grenzüberschreitenden Jugendchors mit dem Organisten Christian Schmitt, der 2013 mit dem Klassik-Echo geehrt wurde. Etwa 80 Zuschauer lauschten den Klängen des Robert-Schuman-Chors in der Konzer St. Nikolaus-Kirche. Thema war zwar der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren; bei dieser Konzertreihe solle es jedoch weniger um die Schrecken des Krieges als um seine Auswirkungen gehen, betonte Dirigent Martin Folz. Es sei heute schwierig geworden, der jungen Generation zu vermitteln, wie wertvoll viele Jahre des Friedens seien.
Folz zeigte sich besorgt, dass der Enthusiasmus für die internationale Zusammenarbeit in der Großregion im Angesicht der Finanzkrise verblasst sei. Er rief dazu auf, die Grenzen nicht wieder zu verschärfen. Dauerhafter Frieden könne nur aus Austausch entstehen. Mit dem Projekt versucht der Chor, die kulturellen Kontakte zu vertiefen und weist zugleich warnend auf die Vergangenheit. Für die Musiker ist es noch dazu eine große Chance, mit einem bekannten Musiker wie Schmitt zusammenzuarbeiten.
Auf dem Programm stand eine Auswahl an Stücken aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, etwa "Trois beaux oiseaux du paradis", in dem Maurice Ravel eindrucksvoll die Ängste seiner Zeitgenossen einfing. Daneben sang der Chor Kirchenlieder sowie ungewöhnliche Bearbeitungen etwa aus "Die Schöpfung" von Joseph Haydn - kombiniert mit der EU- Charta der Menschenrechte.
Besondere Akzente setzte die ständige Neuanordnung der Chormitglieder im Raum, wodurch neue Klangerlebnisse entstanden.
So feierlich wie das Konzert begann, so endete es doch in ausgelassener Stimmung mit dem Lied "Imagine". Einige Zuschauer sangen sogar mit. So spannten die Musiker einen schönen Bogen vom stummen Gedenken an den Krieg bis zum energischen Aufruf für dauerhaften Frieden.