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Wiedersehen mit Mozart

Wiedersehen mit Mozart

Klassik, Frankreich und die Komposition eines Zeitgenossen: Das erste Sinfoniekonzert am Donnerstag, 10. September, im Trierer Theater wirkt wie ein Konzentrat des gesamten Jahresprogramms

Trier. "Mehr Klassik" hatte Generalmusikdirektor Victor Puhl versprochen, als er in der vergangenen Spielzeit kritisch nach dem Verbleib von Haydn, Mozart, Beethoven und der deutschen Romantik in den Sinfoniekonzerten befragt wurde. In der neuen Konzert-Spielzeit hat Victor Puhl den klassischen Stil gebührend berücksichtigt.

Das erste Sinfoniekonzert am Donnerstag, 10. September, 20 Uhr, im Trierer Theater liefert geradezu ein Konzentrat von Puhls Programmpolitik. Die Ouvertüre zu "Benvenuto Cellini" von Berlioz und vor allem Debussys "La Mer" stehen für Frankreichs Musikkultur. Mit Mozarts Es-Dur-Klavierkonzert KV 271 (Solist: François Dumont) präsentiert Puhl ein klassisches Durchbruchswerk. Und das Programm ist auch offen für zeitgenössische Musik: "Miserere" von Christian Jost, Klangstudie über einen Satz aus Mozarts c-Moll-Messe. "Sehr expressiv" sei die Komposition, sagt Victor Puhl sichtlich beeindruckt, und stellenweise sei sie "fast gewaltsam". Vielleicht hätte sich ein kritischer Beobachter in den acht Sinfoniekonzerten noch mehr Mut zum Unbekannten gewünscht - zum Beispiel eine der Moll-Sinfonien Joseph Haydns. Fest steht: Das Programm hat Kontur, ist inhaltlich weit gespannt und konzeptionell geschlossen. Das zweite Sinfoniekonzert erweist der finnischen Heimat von Dirigent Valtteri Rauhalammi mit Musik von Sibelius seine Reverenz.

Zwischen Romantik und Moderne



Im dritten Konzert findet mit Haydns Sinfonie Nr. 6 und der "Schottischen" von Mendelssohn eine künstlerische Jubilar-Ehrung statt. Und das achte Sinfoniekonzert im Mai 2010 balanciert mit Werken von Berlioz, Schumann, Strawinsky und Witold Lutoslawski geschickt zwischen klassizistischer Romantik und klassischer Moderne. Ein apartes Bonbon versteckt sich im siebten Konzert: die Schauspielmusik zu Goethes "Faust" von Carl Eberwein. (1786-1868), dem Musikdirektor der großherzoglichen Oper in Weimar. Musikalische Klassik, diesmal nicht aus Wien, sondern aus Weimar. Dirigieren wird übrigens Altmeister Siegfried Köhler.

Die Sinfoniekonzerte im Überblick:

1. Sinfoniekonzert am 10. September. Werke von Berlioz, Mozart, Jost und Debussy. Solist: François Dumont, Klavier. Leitung: Victor Puhl.

2. Sinfoniekonzert am 15. Oktober. Werke von Haydn und Sibelius. Solisten: Sofial Kallio und Heikki Kilpelainen, Chöre der Wirtschaftsuniversität Helsinki. Leitung: Valtteri Rauhalammi.

3. Sinfoniekonzert am 19. November. Werke von Haydn, Ibert und Mendelssohn. Wally Hase, Querflöte, Leitung: Victor Puhl

4. Sinfoniekonzert am 17. Dezember. Gustav Mahler, 3. Sinfonie. Isabelle Henriquez, Alt, Opernchor und Extrachor des Trierer Theaters, Friedrich-Spee-Chor, Jugendkantorei am Trierer Dom, Leitung: Victor Puhl.

5. Sinfoniekonzert am 4. Februar 2010. Werke von Rossini, Chopin, Strauss und Schubert, Christiane Klonz, Klavier, Leitung: Florian Krumpöck.

6. Sinfoniekonzert am 4. März 2010. Werke von Liebermann, Bruch, Pärt und Mozart. Matthias Wollong, Violine, Leitung: Victor Puhl

7. Sinfoniekonzert am 15. April. Werke von Spohr, Beethoven und Eberwein. Mitglieder des Trierer Theaterensembles, Chorsolisten des Theaters Trier, Leitung: Siegfried Köhler.

8. Sinfoniekonzert am 20. Mai 2010. Werke von Lutoslawski, Schumann, Berlioz und Strawinsky. Henri Demarquette, Cello, Leitung: Victor Puhl.

Tickets in den TV-Service-Centern in Trier, Bitburg, Wittlich.