1. Region
  2. Kultur

Willkommen im Wilden Westen

Willkommen im Wilden Westen

TRIER. (mok) Hunderte Cowboys, Cowgirls und viele, die es einmal werden woll(t)en, trafen in Trier auf die Berliner Band "The BossHoss", die mit Popsongs in Country-Manier selbst der Aula der Berufsbildenden Schulen einen Hauch von Saloon verlieh.

Ein Wiehern war am Freitagabend in der Aula der BBS zwar nicht zu hören. Dafür erschallte jedoch von allen Seiten der Ruf des Wilden Westens: ein eindringliches "Yee Haw!" Wer braucht schon wilde Pferde, wenn auf der Bühne echte Kerle, die gerade der Marlboro-Werbung entsprungen sein könnten, rockige Country-Musik machen?Die "glorreichen Sieben" der Berliner Band "The BossHoss", die den "Highway to Trier" fanden, helfen bekannten Hits verschiedener Stilrichtungen im Country-Stil auf den Sattel. Damit schafften sie es auch bei ihrem Auftritt in Trier im Nu, die - nach Angaben der Veranstalter - rund 400 Konzertbesucher einzufangen.

Lederjacke, weißes Feinrippunterhemd, Jeans, Westernstiefel und Cowboyhut verwandelten die Berliner in Cowboys. Zwar fehlten die Colts, dafür zeigten Sänger Boss und Sänger und Gitarrist Hoss mit ausladenden Buchstaben-Siegelringen, wer der Boss ist, und wer der Hoss ist.

Lässig rockend, mit der Zigarette im Mundwinkel und der Bier- oder Whiskeyflasche stets griffbereit, schafften sie es, dass sich die Besucher knapp zwei Stunden lang tanzend den Staub der Prärie beziehungsweise des Parkplatzes von den Westernstiefeln schüttelten. Bei Songs wie "Hot in here" (im Original von Nelly), "Hey Joe" (unter anderem von Jimi Hendrix interpretiert), "It's not unusual" (Tom Jones) oder "Sabotage” (Beastie Boys) gingen bei so manchem Fan die Pferde durch.

Mit Gitarre, Bass, Mundharmonika, Melodika, Mandoline und dem obligatorischen Waschbrett brachten sie die Fans schneller, als Lucky Luke den Colt ziehen kann, dazu, die Cowboyhüte begeistert überm Kopf kreisen zu lassen und "Yee Haw!" zu rufen.

Echte Kerle wie Sänger Boss wissen übrigens, wie man das Zubehör des Waschbretts noch nutzen kann: Den Löffel, mit dem Bandmitglied Hank dem Brett Töne entlockte, nutze Boss zum Öffnen seiner Bierflaschen. Und während so mancher Konzertbesucher wieder auf dem Parkplatz den Staub des Wilden Westens auf den Stiefeln sammelte, sattelten "The BossHoss" wieder ihre Pferde, um weiter durch die Prärie zu reiten.