Wir warten auf Uwe

Hamburg-Altona, Zeise-Kino, Pressevorführung des RTL-Zweiteilers "Vulkan": "Ich warte die ganze Zeit auf Uwe Ochsenknecht!", rauschebrummt mir Harry Rowohlt ins Ohr. Alle anderen sind nämlich schon drin im Film: Matthias Koeberlin, Katharina Wackernagel, Armin Rohde, Heiner Lauterbach und viele mehr, und sie sind richtig gut, wenn man bedenkt, dass sie gegen einen schlecht gelaunten Vulkan und jede Menge Asche anspielen müssen.

"Spratzel!", macht der Vulkan und speit - schon wieder nicht Uwe Ochsenknecht aus. (Eigentlich macht Harry "spratzel". Der Vulkan macht eher "karrrrmmmbbbblllbummm-kaaaa-raaaaach!", und dann macht er die ganze Eifel kaputt. Was es mit "Spratzel" auf sich hat, muss Harry irgendwann mal in seiner eigenen Kolumne in der "Zeit" erklären). Wie schön, mit Harry Rowohlt im Kino zu sitzen und ihm als kundiger Heimathirsch "Bad Münstereifel!" rüberflüstern zu können, wenn im Film der Katastrophenschauplatz "Lorchheim" auftaucht. Oder: "Das ist das Pulvermaar! Und die Burgruine, die steht in Manderscheid." "Ah", macht Harry oder "hmh!", offenbar minderschwer beeindruckt. "Ich will jetzt Uwe Ochsenknecht sehen!" "Sobald du in der Stadt bist, dann gib Bescheid, und ich komm rübergeschossen", hatte er gesagt. Und gefragt, um welchen Film es denn da eigentlich gehe. "Naja, Eifel, Vulkanausbruch und so, da muss ich natürlich hin." - "Weißt du was? Da könnte ich doch mitkommen! Bin doch schließlich auch Presse." Stimmt, zwar nicht beim Trierischen Volksfreund, sondern nur bei der dings, dem Wochenblatt, aber nach zähen Verhandlungen mit der RTL-Spitze schaffen wir es: Harry darf mit. (Es war natürlich anders. Die Bitte, einen Freund mitbringen zu dürfen, wurde von RTL-Pressesprecher Claus Richter etwa so beantwortet: "Harry Rowohlt? Echt? Das ist aber schön!") "Spratzel!" macht es auf einer Autoscheibe, jemand ist draufgeknallt und verendet jetzt am Straßenrand. "Uwe Ochsenknecht?", denken wir, aber der im Ascheregen Versinkende bleibt anonym. Kurz vor Schluss schwebt ein rettender Hubschrauber ein. Ganz klar: Da sitzt Ochsenknecht am Knüppel! Aber nein, wieder nix. Der Helikopter hat allerdings einen so wunderschönen Abgang, dass Harry hinterher sagt: "Wenn du was drüber schreibst, dann sag, dass mich interessieren würde, wer den Hubschrauber gespielt hat." Sogar die Filmförderung Baden-Württemberg ist dabei, wie der Abspann verrät. "Aber das ist doch gar nicht in der Eifel", sagt Harry. "Wahrscheinlich geben die Geld dafür, dass der Film nicht bei ihnen spielt." Und wo war Uwe Ochsenknecht? Die Rolle, für die er vorgesehen war, spielt jetzt Christian Redl. Dessen jüngster ZDF-Film hieß übrigens, genau, "Tod in der Eifel". Auch in "Die Päpstin", demnächst im Kino, wird Redl zu sehen sein. Und wo wurden einige Szenen davon gedreht? Na? Stellen Sie sich also einfach vor, dass Christian Redl Uwe Ochsenknecht gleich mitspielt, der kann das. Und was macht Uwe O.? Steht gerade vor der Kamera. In der Eifel. Echt. Der "Vulkan" läuft am Sonntag, 18. Oktober, und am Montag, 19. Oktober, um 20.15 Uhr bei RTL.

hpl/dr

Fritz-Peter Linden

"100 Hertz" ist der technische Standard für hohe Fernseh-Qualität. Ob die öffentlich-rechtlichen und privaten Programme wirklich so "flimmerfrei" sind wie von ihren Machern versprochen - das werden unsere Autoren in Zukunft regelmäßig in dieser Kolumne prüfen.

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