1. Region
  2. Kultur

Comedy: Witze-Meister Markus Krebs in Trier: Super – aber nix für’s erste Date

Comedy : Witze-Meister Markus Krebs in Trier: Super – aber nix für’s erste Date

Eine ausverkaufte Europahalle, zwei Stunden durchgehendes Lachen: Die Bilanz von Witze-Profi Markus Krebs kann sich sehen lassen. Von somalischen Kinderspielen, italienischen Wortwitzen und der eigentlichen Bedeutung von „Veltins“.

Für diejenigen, die es nicht wissen: Kulturveranstaltungen als Reporter haben einen Nachteil. Andere tanzen, grölen, feiern – der Journalist schreibt mit. Die einen altmodisch auf dem Block, die anderen tippen wie wild ins Handy. Die erlebten Eindrücke sollen ja nicht vergessen werden – wir haben halt nicht alle ein fotografisches Gedächtnis. Ein Problem.

Am Freitagabend in der Europahalle eher ein Glück. Denn wer mit der Devise zu Markus Krebs kam, dass er sich einige Witze merken will um danach beim Date oder auf der Arbeit humorvoll zu wirken, der hat es schwer. Denn Krebs, der es schafft die Europahalle komplett zu füllen, haut die Witze in einer Schnelligkeit raus, dass selbst ein Stenograph Probleme haben dürfte. Spätestens zwei Witze später ist der vorherige Witz schon wieder vergessen.

Wobei, manche dieser Witze sollte man – je nachdem wo man arbeitet oder ob es das erste Date ist – sowieso nicht unbedingt erzählen. „Ich habe mir jetzt Schiffe versenken in der Somalia-Edition gekauft. Da kann man auch entführen“, oder „Ich bin so hilfsbereit, meine Frau hatte letztens hohes Fieber, da habe ich sie in die Küche getragen, damit sie kochen kann“, „Meine Freundin macht jetzt Holzdildos. Firmenname: Astrein!“, sind drei Beispiele der Witze, die politisch sehr korrekte Menschen auf die Palme bringen könnten.

Sie fanden das jetzt nicht witzig? Ist ja auch doof in einem solchen Text Sprüche nachzuschreiben. Denn die sind an dem Abend selbst um ein Vielfaches besser – was auch der krebs’schen Art liegt. Denn der braucht nicht viel. Eine Mütze, eine Sonnenbrille, eine Flasche Bier. Und seinen Ruhrpott-Dialekt, den der Duisburger gekonnt einsetzt um seinen Witzen mehr Ausdruck zu geben. Das ist auch das Problem, warum diese Sprüche schwer zu transportieren sind – ich kann keinen Ruhrpott-Slang schreiben.

Aber komm, ich versuch’s noch mal: „Ich hatte früher schon eine große Klappe. Hat der Lehrer gesagt, wir machen jetzt eine Dehnübung. Hab ich gesagt, das heißt ‚die Übung’“. Ne? Einen noch. „Opa komm mal rüber, es läuft Fußball. - Wer spielt denn? - Österreich Ungarn! - Gegen wen?“ Immer noch nicht? Dann lassen wirs.

Manche Witze vom Mützen-Sonnenbrillen-Mann brauchen auch etwas: „Ich hab immer gedacht Veltins wären behaarte Jugendliche“, oder „Ich kann super italienisch: ‚Funghi a tonno’ heißt ‚Pils vom Fass’“. Der Menge gefällt’s. Die kann sich teilweise kaum halten, manche Zuschauer kommen aus dem Lachen nicht raus. So ein junger Mann in der ersten Reihe, dem Markus Krebs als Belohnung für sein „ständiges Kaputtlachen“ seine Sonnenbrille schenkt.

Ein Abend, an dem man nicht zu viel nachdenken sollte. Einfach hingeben, den Witzen lauschen, vielleicht die 100-Prozent-politische-Korrektheit zu Hause lassen. Krebs hat dennoch eine Nachricht, die die 1200 Zuschauer mit auf ihren Weg nehmen sollten: „Verarscht euch wieder! Das ist wichtig.“ Und man muss sich als Zuschauer ja auch nicht alles merken. Dafür hat man ja den Journalisten – der schreibt ja mit.