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Wo sich Freund und Feind begegnen

Wo sich Freund und Feind begegnen

Freund oder Feind lautet die zentrale Frage in der aktuellen Schau der Europäischen Kunstakademie. In der Kunsthalle dort zeigen die Dozenten des Hauses in der traditionellen Jahresausstellung ihre Freund- und Feindbilder.

Trier. Dieser Tage ist reichlich Anlass, über den Krieg nachzudenken. Nicht nur wegen der Ereignisse im Nahen Osten und in der Ukraine. Zum 100. Mal jährt sich auch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges.
Sind Feindseligkeiten zwischen Menschen unvermeidlich? Ein Blick in die Menschheitsgeschichte könnte es glauben machen. Auch die Dozenten der Europäischen Kunstakademie Trier stellen aus aktuellem Anlass in ihrer Jahresausstellung die Frage nach Freund und Feind. In Gemälden, Grafiken, Fotografien und bildhauerischen Arbeiten überformen 24 Akademielehrer künstlerisch ihre Vorstellung vom freundlichen und feindlichen Miteinander.
Natürlich ist das Thema unerschöpflich und facettenreich und nicht zuletzt deshalb immer wieder abstrakt wie gegenständlich ins Bild gesetzt. Die Ausstellung bietet Vielfältiges, allerdings nicht unbedingt Spannendes. Eher ist sie ein Schaufenster der unterschiedlichen Techniken und Stile der Lehrenden, denn eine das Thema inhaltlich wirklich durchdringende und zum Nachdenken anregende Bilderschau. So manche Arbeit scheint - wie bei Themenausstellungen nicht unüblich - geradezu ins Thema gezwungen. So wie Harald Priems "Newsletter" oder Franziskus Wendels im Dämmerlicht wehende Fahnen. Und auch Jochen Stenschkes Miniformate "Der süße Brei" und "Herzallerliebst" enttäuschen nicht nur formal, sie taugen auch zur Weiterverwendung vieler Art.
Renate Wolffs als Kompositionen weitgehend überzeugende Fotoarbeiten mit dem Titel "Erinnern" wirken aufs Thema bezogen beliebig. Einen augenscheinlich kindlich schlichten, dabei sehr bedenkenswerten Beitrag hat Christian Zsagar beigesteuert. Der Krieg beginnt schon im Kinderzimmer, signalisieren seine "Problem(teddy)bären", und er macht auch vor dem besten Freund nicht halt. Womit er sich dem Philosophen Immanuel Kant annähert, der den Krieg für den Naturzustand des Menschen und den Frieden für eine kulturelle Leistung hält. Anrührend kommt Matthias Kroths düsteres "Denkmal für einen toten Freund" daher. Mick Starkes zeitloses Gemälde "Time has come" hat etwas von Brechtscher Problematik. Der Soldat ist gleichermaßen Instrument von Kriegsmaschinerie und Verteidigungsstrategien wie ihr Opfer als liebender und leidender Mensch. Im Krieg gibt es nur Verlierer, weiß bekanntlich Mutter Courage.
Holzschnittartig, dabei arg plakativ, hat Bodo Korsig Freund und Feind als zwei Prügelknaben dargestellt. Den Fußball als Kriegszustand hat Klaus Hoefs thematisiert. "Dortmund und Schalke" heißen seine feindlichen Parteien. Aufschlussreich: Claus Bachs "Präsentiertisch einer Pensionsfeier". er
Bis 28. August zu sehen, Dienstag bis Sonntag 11-17 Uhr, Telefon 0651/998460,
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