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Wolfgang Amadeus einmal anders

Wolfgang Amadeus einmal anders

Händels "Messias" in der Fassung von Wolfgang Amadeus Mozart war am Sonntag das erste Konzert der Mozart-Wochen Eifel. Bis zum 1. Dezember folgen weitere 18 Aufführungen, in deren Fokus das Genie aus Salzburg steht.

Prüm. Rund 750 Besucher füllen am Sonntagabend die Kirchenbänke und sitzen auf zusätzlich aufgestellten Stühlen in der Prümer Salvator Basilika. Bis zum Ende des barocken Meisterwerkes "Der Messias", dem jubilierenden, dreifachen Amen des Chores nach zweieinhalb Stunden, werden sie mucksmäuschenstill verharren - doch dann bricht nicht enden wollender Applaus los: die Künstler des Abends genießen ihn.
Jedes einzelne Mitglied des Kammerchores Westeifel und der Jungen Philharmonie Bonn darf den Applaus persönlich nehmen: die Leistung der Musiker und Sänger war perfekt, was bei dem von Mozart 1789 überarbeiteten Werk des Komponisten Georg Friedrich Händel einer ungeheuren Konzentration bedarf.
Den Solisten Sabine Zimmermann (Sopran), Christine Wehler (Alt), Patrick Henckens (Tenor) und Julian Redlin (Bass) gelingt es, jede Ecke der Basilika stimmlich auszufüllen und der musikalische Leiter und Dirigent der Aufführung leistet grandiose Arbeit: Regionalkantor Christoph Schömig wird in der Basilika und beim Empfang in der Volksbank Prüm gleich mehrfach gefeiert. "Das war ein Auftakt nach Maß", sagt Georg Mais, der künstlerische Leiter der Mozartwochen. "Den "Messias" zu genießen, dieses barocke Meisterwerk in der barocken Kulisse der Basilika - schöner kann man unsere Kultur nicht in Szene setzen. Beim "Halleluja" hatte ich das Gefühl, die Menschen rückten um rund zwei Meter nach vorne", meint Mais.
Marie-Luise Niewodniczanska freut sich auf die folgenden Konzerte: "Allesamt finden sie in wunderbaren Baudenkmälern in der gesamten Eifel statt", sagt sie und erwähnt unter anderem die Synagoge Wittlich, das Kloster Steinfeld und das Schloss Malberg. Nicht nur die Spielorte sind außergewöhnlich, auch das weitere Programm der Mozart-Wochen bleibt spannend.
Am Donnerstag, 1. November, um 11 Uhr stellt das Schloss Malberg die Kulisse für eine musikalisch-kulinarische Matinee unter dem Motto "Mozarts Parisreise" - eine Mischung aus Musik, Lesung und einer Speisefolge aus der Ära Mozarts.
Auch die Veranstaltungen "Ein Weib ist das herrlichste Ding - Frauen bei Mozart" am selben Abend in der Kirche St. Lambertus in Daun oder das Abschlusskonzert der Reihe am 1. Dezember in der Bitburger Stadthalle versprechen einen anderen Blick auf Wolfgang Amadeus.
Dann wird der Schauspieler Christian Quadflieg die Operngala mit dem Titel "Von Italien nach Prag" moderieren. Weitere Mitwirkende des Abends sind das Staatsorchester Rheinische Philharmonie, dirigiert von Georg Mais und die Sopranistin Ania Vegry. "Alle Konzerte der Mozart-Wochen sind hochkarätig besetzt und einen Besuch wert", sagt Georg Sternitzke, der Geschäftsführer der renommierten Musikreihe. now