Zäsur am Stadttheater: Schauspieler kehren Trierer Bühne den Rücken Chance auf einen Neubeginn

Zäsur am Stadttheater: Schauspieler kehren Trierer Bühne den Rücken Chance auf einen Neubeginn

Wenn am Ende der Spielzeit Schauspielchef Ulf Frötzschner das Trierer Theater verlässt, verabschieden sich mit ihm auch zwölf Mitarbeiter, die er ans Haus geholt hatte.

Trier (aheu/woc) Das Theater Trier steht nun auch personell vor einer Zäsur. Neun Mitglieder des Schauspielensembles, die seit 2015 engagiert sind, haben eine Vertragsverlängerung abgelehnt und verlassen damit das Haus mit Ende der laufenden Spielzeit. Das hat das Theater am Freitag mitgeteilt. Ein weiteres Engagement ende vertragsgemäß ebenfalls mit Ende der laufenden Spielzeit. Darüber hinaus beenden zwei Mitarbeiter der Schauspielsparte aus Dramaturgie und Regieassistenz ihr Engagement. Aus dem Ensemble werden nach TV-Informationen zwei Schauspieler bleiben, nämlich Barbara Ullmann und Klaus-Michael Nix.Nach Auskunft von Oberbürgermeister Wolfram Leibe erhalten die Schauspieler, die nach dem Bühnentarifvertrag beschäftigt sind, grundsätzlich Einjahresverträge. Innerhalb einer bestimmten Frist müssen beide Seiten erklären, ob sie um ein Jahr verlängern möchten. Diese Frist läuft am 28. Februar ab, sie war verlängert worden, damit die Schauspieler ohne Zeitdruck und mit dem Wissen, wer als neue Schauspieldirektorin kommt, entscheiden können. "Dass alle Schauspieler, die Frötzschner mit an unser Theater gebracht hat, ihre Verträge nicht verlängern wollen, ist schade", sagte Leibe, "aber ich akzeptiere das, es ist die Entscheidung der Schauspieler." Die künftige Schauspieldirektorin Caroline Stolz sucht bereits nach neuen Akteuren. Als Intendant Karl Sibelius im Jahr 2014 nach Trier kam, hat er alle kündbaren Künstlerverträge aufgelöst - und viel Protestgeschrei geerntet. Er hat die Kündigungen als ganz normalen Vorgang gerechtfertigt, der auch dem neuen Schauspielchef größtmögliche Gestaltungsfreiheit geben sollte. Dessen Nachfolgerin hat nun das Glück, ohne Geschrei dieselben Voraussetzungen vorzufinden: keine Altlasten, keine frustrierten oder zumindest vorbelasteten Mitarbeiter. Sie kann für den neuen Spielplan neue Schauspieler suchen. Da ist ein echter Neuanfang möglich. Dem Theater wird's guttun, nach vorne zu schauen. a.heucher@volksfreund.de

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