Zäsur im Kulturzentrum Trifolion Echternach. Direktor Ralf Britten hört auf

Kostenpflichtiger Inhalt: Kultur : Im Trifolion beginnt das Jahr der Umbrüche

Zäsur im Kulturzentrum Trifolion in Echternach: Gründungsdirektor Ralf Britten hört nach 13 Jahren überraschend auf. Für die Suche eines Nachfolgers will man sich Zeit lassen.

Die Nachricht am Tag vor Silvester hatte es in sich. Der Bürgermeister von Echternach, Yves Wengler, teilt darin einen Führungswechsel im Kulturzentrum Trifolion mit. Direktor Ralf Britten beende seine Tätigkeit zum 30. Juni 2020, „um sich neuen Herausforderungen zu stellen“. Eine faustdicke Überraschung – ist Britten doch schon länger der Motor des Hauses, als die Mauern überhaupt stehen. Er hat das Kultur- und Kongresszentrum 2008 miteröffnet und leitete das Haus bereits seit 2007 als Direktor, seit 2014 als Generaldirektor der Trifolion Echternach asbl.

Über die Gründe ist offiziell nichts bekannt, aber man kann wohl davon ausgehen, dass Direktor und Bürgermeister, als solcher auch Präsident des Verwaltungsrates, nicht mehr zusammenarbeiten wollten – für beide Seiten ist die Zukunft offen. Wengler erklärte, eine Nachfolgeregelung stehe noch aus: „Wir werden uns mit dem Verwaltungsrat die notwendige Zeit nehmen und auch mit externer Hilfe die Position im Jahr 2020 neu besetzen.“ Bis dahin will Wengler die Geschäfte des Trifolion „in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Abteilungen“ kommissarisch leiten. Dort sind rund ein Dutzend Leute beschäftigt, die sich allerdings nicht nur um die Kultur, sondern das komplette Spektrum des Stadtmarketings kümmern.

Augenfällig hat sich bereits das Logo in jüngster Zeit geändert: Stand zuvor die Stadt Echternach unter dem Namen Trifolion, ist es nun umgekehrt. Unter der Dachmarke der Stadt firmieren neben dem Kulturzentrum Tourismus, Musikschule, Festival und Handel. Eine Bitte des TV um ein Gespräch hatte Wengler am Freitag nicht beantwortet.

„Es war meine Entscheidung, dort nicht 65 werden zu wollen“, sagt Britten auf TV-Anfrage zu der Personalie. Er werde sich in den nächsten Wochen entscheiden, wie es für ihn weitergehe. Der umtriebige Jurist will jedenfalls weiterhin in der Region Trier–Bitburg bleiben und steht vor allem grenzüberschreitenden (Kultur-)Projekten aufgeschlossen gegenüber.

In der Talkreihe „Horizonte“, die Britten als „mein Baby“ bezeichnet, wird der Chef im Frühjahr noch dreimal moderieren. Ansonsten widmet sich der 54-jährige gebürtige Bitburger seinen anderen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aufgaben. Als Präsident der deutsch-luxemburgischen Wirtschaftsinitiative (DLWI), gewählter ehrenamtlicher Europabeauftragter des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Vorsitzender der Europaunion im Eifelkreis und der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU im Eifelkreis hat er schon jede Menge Ideen.

Zäsur im Trifolion in Echternach: Ralf Britten hört als Direktor auf. Foto: Trifolion Echternach

Wengler dankte dem scheidenden Direktor ausdrücklich für seine Aufbauarbeit im Trifolion, „das heute zu einem der angesehensten Kulturhäuser Luxemburgs und der Grenzregion zählt“.