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Zarte Blüten und tanzende Seifenblasen im Kloster Machern

Zarte Blüten und tanzende Seifenblasen im Kloster Machern

Schon zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Jahren war das Quatuor Ebène beim Moselfestival zu Gast. Zusammen mit der Harfenistin Isabelle Moretti konnte es, wie schon 2006, uneingeschränkt begeistern.

Bernkastel-Wehlen. (gkl) "Es kommt nur äußerst selten vor, dass das Festival ein Ensemble innerhalb kurzer Zeit zwei Mal einlädt. Beim Quatuor Ebène haben wir es getan." Mit dieser Feststellung begrüßte Intendant Hermann Lewen die Konzertbesucher zum Kammermusikabend im Kloster Machern. Zu Gast war dieses Ausnahmeensemble aus Frankreich, das in seinem neunjährigen Bestehen das gemacht hat, was man getrost Furore nennen darf. Was Primus Pierre Colombet und Gabriel le Magadur, Mathieu Herzog mit der Bratsche und Cellist Raphaël Merlin ihrem Publikum zu bieten hatten, war außergewöhnlich und atemberaubend. Den Anfang machte das Divertimento D-Dur, KV 136, von Wolfgang Amadeus Mozart. Verspielt und mit jugendlichem Eifer erklang der erste Satz Allegro, rassig und spritzig das Presto des Finales. Das Andante hingegen war etwas unglaublich Behutsames, geeignet, um auf den Klängen Seifenblasen tanzen zu lassen. Es folgte das Streichquartett c-Moll, Opus 51/1, von Johannes Brahms. Auch hier wurde jeder Musiker eins mit seinem Instrument, tauchte ein in die Musik und ließ dem Publikum keine andere Möglichkeit, als zu folgen. Bei aller Virtuosität, aller großer Kunstfertigkeit, Höhepunkt war auch hier der langsame Satz, die Romanze. In ihren Händen war die Musik wie eine zarte Blüte im sanften Sonnenlicht. Sicher geborgen und doch so sanft berührt, dass der Schönheit nichts passieren konnte. Bravorufe und begeisterter Applaus prägte das Bild zur Pause.Im zweiten Teil erweiterte sich das Quartett um die Harfenistin Isabelle Moretti und zog mit Claude Debussys "Danses pour Harpe" und André Caplets "Conte fantastique" in die so ganz andere Tonwelt des Impressionismus. Auch hier bestimmte Perfektion das Geschehen, Moretti fügte sich als Technikerin nahtlos in das Streicherensemble, war aber selbstredend musikalisch der Mittelpunkt. Vielleicht war der erste Teil des Abends zu perfekt, wodurch der stilistische Programmwechsel als Bruch empfunden werden musste. Grandios agierte die Musiker aber ein sich restloses Versenken in die Musik wie im ersten Teil war so nicht mehr möglich. Zu düster, zu exzentrisch war Caplets Werk, dessen Grundlage Edgar Allen Poes Erzählung "Die Maske des Roten Todes" war. Aber auch hier gab es, absolut berechtigt, ein begeistertes Publikum, das dem Mosel Musikfestival bescheinigte, mit diesem Konzert einen Höhepunkt in der laufenden Saison gehabt zu haben.