Zehn Bands, musikalische Vielfalt und gute Stimmung

Zehn Bands, musikalische Vielfalt und gute Stimmung

Der Jazzgipfel des Jazzclubs Trier hat seine 15. Auflage erlebt und dabei wieder mit dem bewährten Mix aus musikalischer Vielfalt und Spaß aufgewartet. Zehn regionale Bands oder Solokünstler bereiten den 200 Zuschauern im großen Saal der Tufa einen gelungenen Abend. Bewegender Höhepunkt ist ein musikalisches Gedenken an den jüngst verstorbenen Olli Rohles.

Trier. Der 15. Jazzgipfel beginnt mit einer Ausnahme. Den Auftakt gestaltet das sonst eher am Programmende aufspielende Quintett Ad Hoc des Jazzclubvorsitzenden Nils Thoma. Das ist eine gute Wahl. Die Band sorgt mit temporeichen, von knackigem Bläsersound geprägten Stücken wie "No Woman, No Spy!" dafür, dass sich Füße warm wippen. Und sie lockert die Lachmuskeln, mit zwischendrin vorgetragenen Zeitungsenten wie "Polizei schießt Bullen tot".
So eingestimmt lässt sich die folgende Vielfalt trefflich genießen. Sie bietet kraftvollen, durch Bläsersound und Improvisationen geprägten Hardbop, poetisch-filigrane Akustik-Gitarrenklänge, Blues, neu arrangierte Jazzstandards verschiedener Stilrichtungen oder Balladen.
Es gibt ein Wiedersehen mit Formationen, die schon beim ersten Gipfel im Jahr 2000 dabei waren und zur Trierer Profiliga zählen: Die Bach Band mit Ralf Bach am Piano und Helmut "Daisy" Becker am Flügelhorn, Groove Improve aus Stephan Völpel und Johnny Weber sowie Horn & Strings um Trompeter Markus Stoll.
Viel Urgestein am Start


Mit Bluesgitarrist Ralph Brauner, dem Trio FEB um Pianist und Komponist Benedikt Schweigstill oder Nils Thomas Nonett Nils Wills sind weitere Urgesteine des Gipfels und der regionalen Szene am Start. Wie üblich präsentieren sich außerdem junge und neue Gesichter. Mit ihrem Dozenten Stefan Reinholz treten in der Formation Raum 6 der vom Jazzclub Trier angestoßenen und geförderten Jazz und Rockschool Trier (Jaro) zwei bemerkenswerte Nachwuchs-Talente an. Am Schlagzeug glänzt Johannes Franken, am Piano Robert Nakayama, der viel Applaus für eine ausgefeilte Eigenkomposition erntet. Eine originelle Vorstellung bietet der saarländische Kontrabassist Ralf Tapp als Der Bass und sein Kontra. Zu minimalistischen Tönen, die er auf den Basssaiten zupft, singt er lakonische "Balladen aus dem Bauch", zum Beispiel "Summertime". Tapp ist langjähriger Teilnehmer am Osterworkshop des Jazzclubs Trier, der in der beim Jazzgipfel schon legendären Rede des Vorsitzenden zur Sprache kommt. Denn wie immer zieht Nils Thoma hier Bilanz der Vereinsaktivitäten, die alle dem Ziel der Förderung der Trierer Jazz-Szene dienen. Er nennt den Workshop, den Jazzgipfel, das (Big-Band-) Jazzfest am Dom, Jazz im Brunnenhof, die Jazz &Rockschool Trier sowie das clubeigene Label Portabile, das bereits zehn CDs einheimischer Künstler produziert hat.
Der Rede folgt ein bewegendes Gedenken von Pianist Ben Heit und Bassist Andreas Düro an ihren jüngst verstorbenen Band- und Dozentenkollegen Oliver Rohles. Die beiden widmen ihm eine lyrische Komposition, die tief unter die Haut geht, aber auch deutlich macht, dass von einem Menschen, der andere mit Musik erfreut hat, sehr viel bleibt.

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