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Zeit lassen kann so schön klingen: Debütalbum von Affinity-Kit-Sänger

Zeit lassen kann so schön klingen: Debütalbum von Affinity-Kit-Sänger

Songwriter-Pop, Indierock, ein bisschen Folk: Unter dem Namen Affinity Kit hat Gitarrist, Sänger und Produzent Jan Kretzer schon jede Menge Konzerte in der Region gespielt. Nun hat der Salmtaler gemeinsam mit Schlagzeuger Alex Stolz ein tolles Debütalbum herausgebracht.

Trier/Salmtal. Klingt gut, wo kommen die her? England, USA, Berlin? Die Frage kann man sich leicht vorstellen von jemandem, der ohne weitere Informationen ins neue Affinity-Kit-Album "The Twisted Notion" reinhört. Englische Texte, die nicht nach Summe aus Google plus Schulenglisch klingen. Eine Stimme, die hängenbleibt. Eine Produktion, die genau weiß, was zu viel ist und was zu wenig. Und Songs, die zwar das Formatradio gehörig aufwerten könnten, aber dafür nicht geschrieben wurden.Mit Freunden im Studio


Woher Affinity Kit nun kommen? Daun, Trier, Salmtal. Zumindest, wenn man es an der Historie der Wohnorte von Jan Kretzer festmacht, der alle Songs geschrieben und die meisten Instrumentalspuren eingespielt hat. Für Schlagzeug und Percussion sorgt Alex Stolz. Und manchmal halfen im Studio Freunde aus - wie etwa Keyboarder Tobi Schmitz, der jahrelang mit Jupiter Jones auf Tour und im Studio war und der inzwischen Teil von Ex-JJ-Sänger Nicholas Müllers neuer Band Von Brücken ist.
Auch das ist die Eifel-Connection: Mit Nicholas Müller hat Jan Kretzer bereits vor fünf Jahren als Duo "Heisterkamp" ein beachtlich gutes, aber wenig beachtetes deutschsprachiges Album herausgebracht, "Schweren Herzens Popmusik". Auch die früheren (Indierock-)Bands von Jan Kretzer, A Massive Maybe und John Q. Public, hätten mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.
Eile hatte Jan Kretzer bei der Produktion nicht. "Mit den ersten Songs haben wir vor über drei Jahren angefangen", sagt er. Das Schwierigste sei gewesen, die richtige Balance zu finden: Welches Stück funktioniert am besten in welchem Gewand? "Und bis die finale Version der Texte gestanden hat - das hat wohl am längsten gedauert."
Gemischt und gemastert wurde das Album von Jan Kretzer und Andy Heinen (MOS-Studio Bitburg). Die ersten Ideen entstanden noch in der WG in Trier, inzwischen wohnt der Sänger und Gitarrist in Salmtal. Entstanden sind die meisten Songskizzen an der Akustikgitarre. Aber "The Twisted Notion" kommt nie als einsamer Solotrip daher, das soll es auch nicht sein: "The North", der großartige Opener des Albums, gibt den Weg vor. Zwei Gitarren, Bass, Klavier, zweistimmiger Gesang, Drums die nach vorne gehen. Das klingt nach Band - und zwar nach einer richtig guten.
Aber auch die ruhigeren Momente des Albums - etwa "Relate" oder das titelgebende "The Twisted Notion" - prägen sich mit ihrer zarten Melancholie ein. Live ist Affinity Kit demnächst wieder mit alten Eifeler Weggefährten zu erleben, als Vorband bei der Weihnachtsshow von Jupiter Jones am 19. Dezember im Gebäude 9 in Köln. Eine Releaseshow ist geplant, der Termin steht aber noch nicht fest.
Weitere Infos gibt es unter www.affinitykit.de , über die Internetseite ist auch das Album erhältlich.