Zeitreise durch 120 Jahre

Zeitreise durch 120 Jahre

TRIER. Knapp zweiwöchige baustellen- und großputz-bedingte Schließung (fast) vorbei: Morgen, Sonntag, öffnet das Rheinische Landesmuseum Trier wieder seine Türen für Besucher. Zur Feier der Eröffnung der neuen Studioausstellung "Haus im Wandel" ist ab 14 Uhr der Eintritt frei.

Der Ausstellungstitel "Haus im Wandel" passt zur aktuellen Situation des größten Museums in Rheinland-Pfalz. Die Umbauarbeiten im Vorfeld der Landesausstellung "Konstantin der Große" (2. Juni bis 4. November 2007) blockieren den gesamten Ostflügel an der Weimarer Allee. Mit der Großbaustelle wird das Museum noch bis Anfang kommenden Jahres leben müssen, dann folgt der Aufbau der Konstantin-Ausstellung. Preziosen wie das Neumagener Weinschiff, das Niederemmeler Diatretglas, die Schätze im Münzkabinett und die 2700 Jahre alte Mumie einer ägyptischen Priestertochter kann es aber weiterhin präsentieren. Wie sich das Haus in seiner inzwischen 121-jährigen Baugeschichte gewandelt hat, zeigt zudem die neue Studioausstellung, die in einem abgetrennten Bereich im Hofsaal des alten Nordflügels ("Welschbilliger Saal") eingerichtet wurde. Sie umfasst etwa 60 historische Aufnahmen im Großformat; einige davon bislang noch nie öffentlich zu sehen. Die wechselvolle Bauhistorie beginnt 1885. Auf geschichtsträchtigem Terrain im spätrömischen Kaiserpalast-Bezirk werden die Fundamente zum preußischen "Provinzialmuseum rheinischer Altertümer" gelegt. 1889 ist der Bau (der heutige Ostflügel) fertig gestellt; 1904 wird er zu einer Vierflügelanlage erweitert und 1924 mit einem Verwaltungsbau ergänzt. Im Ersten Weltkrieg beschädigen zwei Luftangriffe (1917, 1918) das Museum. Weitaus verheerender sind die Folgen der britischen Bombardements in den Vorweihnachtstagen 1944, wie 1947 - zwei Jahre nach Kriegsende - entstandene Bilder vom Rheinischen Landesmuseum, wie es seit 1934 heißt, zeigen.Ab 14 Uhr freier Eintritt

Der Wiederaufbau in den 50- und 60er-Jahren bringt tief greifende Veränderungen. Das Hauptgebäude von 1889 wird durch radikales Entfernen oder Kaschieren von Bauzier auf ein funktional-nüchternes Erscheinungsbild reduziert. Die Rekonstruktion der historischen Dachform kommt erst 1990/91 - ein halbes Jahrzehnt nach dem Erweiterungsbau mit dem neuen Entree an der Kastilport. Ab dem Beginn der Konstantin-Ausstellung werden Besucher das Gebäude wieder durch den traditionellen Eingang an der Weimarer Allee betreten. Sie gelangen dann in einen stilecht restaurierten Vorraum der Gründerzeit, der den Ursprung des Museums im späten 19. Jahrhundert veranschaulicht. Einen Vorgeschmack auf des neue alte Entree geben Aufnahmen von der Baustelle, die in den vergangenen Monaten entstanden sind. Museumschefin Karin Goethert und Kurator Peter Seewaldt eröffnen die Ausstellung "Haus im Wandel - Vom Provinzialmuseum zum Landesmuseum 1885-2005" am Sonntag um 15 Uhr. Ab 14 Uhr ist der Eintritt frei. Die Ausstellung dauert bis zum Herbst. jöl

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