Zeitreise zur Klassik und aufsteigende Stars

Luxemburg · Der Januar in der Philharmonie ist ein Monat der Orchester. Gleich neun Mal versammeln sie sich auf dem Podium des großen Auditoriums. Klangkörper aus Luxemburg sind selbstverständlich dabei.

(mö) Das Orchestre Philharmonique (OPL) beginnt das Jahr mit einem Geburtstagskonzert für den Großherzog ("Freikartenkontingent erschöpft") und spielt Mitte des Monats unter der Leitung von Karajan-Preisträger Dmitrij Kitajenko Schostakowitsch und Tschaikowsky (13./14. Januar).

In der Reihe Les grands classiques hat das OPL-Kammerorchester La Chambre Philharmonique unter Chef Emmanuel Krivine die Beethoven-Sinfonien Nr. 2 und 6 aufs Programm gesetzt (19. Januar). Die Solistes Européens offerieren ein "Concert surprise" mit Schubert, Liszt und einem Überraschungswerk - daher der Titel (17. Januar). Das Academy Chamber Orchestra unter Jack Martin Händler, dem ehemaligen Chef der Solistes ist mit einer reizvollen Mischung aus Prokofjew, Mendelssohn, Roman Berger und Ernest Bloch dabei (27. Januar).

Richtig zur Sache geht es mit dem Orchester des Festivals Maggio Musicale aus Florenz unter Zubin Mehta mit Strawinskys voluminösem Sacre (22. Januar).

Die Tschechische Philharmonie, Leitung Eliahu Inbal, glänzt zwar nur mit dem Ruf eines soliden europäischen Orchesters, bringt aber für Mahlers Kindertotenlieder immerhin Star-Bariton Thomas Hampson mit (31. Januar, außerdem: Mahlers Zehnte). Das Ensemble Concert des Nations unter Gambist Jordi Savall schließlich musiziert Werke von Jean-Philippe Rameau, also Musik aus der Zeit Ludwig XV., Vorboten der Wiener Klassik (21. Januar). Eine echte Zeitreise also.

Bleiben die zahlreichen Veranstaltungen, die sich nicht ans gutbürgerliche Konzertpublikum wenden, aber zweifellos das größere Ideenpotenzial im Konzerthaus repräsentieren. "Chill at the Phil (13. Januar) steht für hochrangiges easy listening. Jazz & beyond lockt mit Sängerin Dianne Reeves (20. Januar). In der musique d'aujourd'hui vermitteln die Ensembles United Instruments of Lucilin und "Accroche Note" zeitgenössische Kompositionen, ohne die Hörer zu überfordern (28. Januar). Und mit den Rising Stars stellt die Philharmonie Jungprofis vor, vermittelt von der European Concert Hall Organisation.

Am 29. Januar ist das polnische Apollon Musagète Quartett im Kammermusiksaal der Philharmonie zu Gast. Schließlich sind die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche längst eine feste Größe im Philharmonie-Programm geworden. Mit "Loopino", "Philou", "Miouzik" oder auch "Dating" wollen Philharmonie und OPL junge Menschen zwischen drei und 25 Jahren ansprechen - im Januar immerhin zwölf Veranstaltungen an fünf Tagen. Bei der Einbeziehung der Großregion macht sich allerdings die Sprachbarriere bemerkbar. Kaum ein deutsches Kind dürfte sich in eine französische oder letztebuergische Präsentation verirren, selbst wenn Deutsch im Untertitel auftaucht.

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