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Zeugnisse einer bewegenden Epoche deutscher Literaturgeschichte

Trier. Wie Dichter zwischen 1933 und 1946 ihr Schicksal im Exil verarbeiteten, zeigt die Sammlung "Deutsche Literatur im Exil", die 1964 erschienen ist. Eine Auswahl solcher Briefe ist ab Mittwoch, 4. November, in der Bibliothek der Universität Trier zu sehen.

Trier. "Vernetzte Korrespondenzen. Briefe aus dem Exil" heißt die Ausstellung in der Universitätsbibiothek Trier, die am 4. November, um 18.15 Uhr eröffnet wird. Für die zahlreichen Dichter, die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme aus Deutschland flohen, bedeutete der Gang in die Emigration nicht nur einen materiellen und kulturellen Verlust, sondern auch den Verlust des vertrauten Umfelds. Die Ausstellung rückt einige ihrer Briefe ins Zentrum und zeigt sie einerseits als Medien der Vernetzung, mit denen Grenzen überwunden, räumliche Trennungen überbrückt und gemeinsame Projekte wie Zeitschriftengründungen in Angriff genommen wurden. Andererseits zeigt sie die Briefe als Quellen deutscher Literaturgeschichte, als "Zeugen der Zeit", die umfassende Einblicke in die Gedankenwelt ihrer Verfasser bieten: in deren Sorgen, Hoffnungen und Enttäuschungen, politische Positionen und ästhetische Programme.
Verfasser der Briefe aus den Jahren zwischen 1933 und 1946 sind bekannte Autoren wie Stefan Zweig, Joseph Roth oder Ernst Toller, aber auch weniger bekannte Namen wie etwa Alfred Neumann, René Schickele oder Annette Kolb. Neben den Briefen präsentiert die Ausstellung Werkmanuskripte, Zeitschriften und Erstausgaben aus der Epoche des Exils, außerdem Dokumente der Flucht wie Fahrkarten oder Passierscheine. Auch die Schreibmaschine des Dichters Alfred Döblin - eine Royal Arrow mit französischer Tastatur - ist zu sehen. Gerahmt wird die Ausstellung von zeitgenössischen Fotografien der Literaten.
Die Exponate stammen aus Beständen des Deutschen Literaturarchivs Marbach, des Münchner Literaturarchivs Monacensia und der Unibibliothek Trier.
Zur Eröffnung am 4. November, 18.15 Uhr, führt die Trierer Literaturwissenschaftlerin Vera Hildenbrandt gemeinsam mit Roland S. Kamzelak vom Deutschen Literaturarchiv Marbach in das Thema ein. Anschließend liest die Schauspielerin Barbara Ullmann aus einigen der gezeigten Briefen. red
Die Ausstellung läuft bis zum 20. Dezember und ist zu diesen Zeiten geöffnet: Montag bis Freitag 8 - 24 Uhr, Samstag 8 - 19 Uhr, Sonntag 11 -15 Uhr.