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"Zum 70. komme ich mit Rollator"

"Zum 70. komme ich mit Rollator"

Als Essener Ruhrpott-Proll mit Minipli, Pilotenbrille und hautengen Jeans ist Atze Schröder berühmt geworden. Im Gespräch mit TV-Redakteurin Anita Schack hat der Mittvierziger verraten, welche Frau die zentrale Rolle in seinem Leben spielt und warum Trier für ihn immer wichtiger wird.

Trier/Essen-Kray. (ahs) Seinen bürgerlichen Namen hält der Mann hinter der Kunstfigur Atze Schröder genauso geheim wie das, was sich unter der Locken-Perücke verbirgt. Dennoch sind die Grenzen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Atze fließend, wie sich im Gespräch mit dem Essener Stand-up-Comedian herausgestellt hat.

Wie viel Atze steckt in Ihnen?

Atze: Das ist schwierig. Also meine Frau sagt immer: "Ich liege automatisch mit zwei Männern im Bett." Das kann ja, wenn man sich drauf einlässt, auch ganz schön sein.

Würde sich Atze jemals einer Typberatung unterziehen?

Atze: Nein. Es versuchen natürlich alle Frauen immer etwas an ihm zu verbessern, weil Frauen ja immer denken: Mal gucken, was man aus sich machen kann. Aber Atze bleibt Atze. Ganz klar. Das ist so ähnlich wie bei Tina Turner, die steht noch mit 70 Jahren so auf der Bühne.

Das aktuelle Programm heißt "Mutterschutz". Um was geht's? Atze: Das ist eine tiefe Verneigung vor der wichtigsten Frau im Leben von jedem Menschen: der Mutter. Wo die Krankenkassen die Mütter liegen lassen, da werden die von mir abgeholt. Da feiere ich deren vergessene Geburtstage und fülle denen Champagner in die Wärmflaschen und lege ihnen Gürkchen ins Gesicht, wenn nötig.

Wer sitzt denn da so im Publikum? Sind es bei "Mutterschutz" eher Frauen?

Atze: Zu mir kommen seit Jahren schon viele Frauen, aber es kommen natürlich auch viele Familien. In Würzburg hat an einem Abend sogar eine Mutter ihr Kind gekriegt. Die war während der Vorstellung rausgelaufen, weil ihre Fruchtblase geplatzt ist. Grundsätzlich habe ich immer am meisten Spaß, wenn die Rasta-Locke neben dem Anzug sitzt. Dann weiß ich auch, dass der Humor durch alle Schichten geht.

Es gibt ja Comedians, bei denen viele Gags auf die Kosten ihrer "ersten Reihe" gehen. Was halten Sie davon?

Atze: Mein Schwerpunkt ist schon, mich selber in die Pfanne zu hauen. Aber wenn welche zu spät kommen, dann sind sie es selber schuld (lacht).

Einige Tour-Termine von Ihnen sind längst ausverkauft, für Trier gibt's aber noch Karten: Warum sollten die Trierer zu Ihrer Show kommen?

Atze: Wenn man mal wieder so richtig lachen will, ohne erhobenen Zeigefinger - dann sollte man sich das wirklich mal gönnen. Und er oder sie wird auf jeden Fall sehr, sehr viel zu lachen haben. Das kann ich hundertprozentig versprechen.

Wie bereitet man sich am besten auf einen Atze-Auftritt vor?

Atze: Gar nicht. Man kann da einfach so hinkommen und wird so richtig verwöhnt.

Was planen Sie denn nach der Tour?

Atze: Dann kommt direkt die nächste. Ich hab zwischenzeitlich schon Sachen für alles Mögliche gemacht: Sieben Jahre die Serie "Alles Atze" für RTL, in ein paar Kinofilmen mitgespielt, einen eigenen Kinofilm und viel Radio-Comedy gemacht. Und ich muss wirklich sagen: Die Bühne ist das, was mich am meisten interessiert.

Wie lange wollen Sie das denn noch machen?

Atze: Ich hab ja eben von Tina Turner gesprochen…

Sie möchten also irgendwann von der Bühne getragen werden?

Atze: Nein. Aber vielleicht komme ich irgendwann mal mit einem Rollator auf die Bühne. Aber dann will ich zumindest kurz die Arme heben. (lacht) Also zum 70. komme ich mit Rollator. Auch nach Trier natürlich. Dann interessiere ich mich wahrscheinlich auch noch mehr für Geschichte, insofern wird Trier immer wichtiger.

Karten für Atze Schröder (20. März, Arena Trier) gibt's in den TV-Servicecentern in Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie im Internet unter www.volksfreund.de/tickets.