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Zum Fest Cecilia Bartoli

Zum Fest Cecilia Bartoli

Wenn sich die Weihnachtsartikel in den Schaufenstern drängen, dann ballen sich auch in der Luxemburger Philharmonie die Veranstaltungen. Einer guten Tradi tion bleibt die Philharmonie dabei treu. Nach wie vor bezieht sie Distanz zu Klingklang. Zwei Tage vor dem Fest verteilt das Haus sein Weihnachtsgeschenk: Cecilia Bartoli und Rolando Villazón.

Luxemburg. Auch im Dezember 2015 bleibt die Philharmonie bei ihrer Linie. Das Haus zollt dem heranrückenden Weihnachtsfest zwar Reverenz, bezieht aber Distanz zu weihnachtlicher Schmusestimmung. Die Philharmonie geht andere, bessere Wege. Wenn das Orches-tre Philharmonique (OPL) auf einer Weihnachtsgala zugunsten der SOS-Kinderdörfer (10. Dezember) Mendelssohns durchaus unweihnachtliches Violinkonzert ins Programm hebt, dann ist das ein Signal: Es geht nicht um Stimmung, sondern um konkrete Hilfe. Und im zweiten der "Fest & Bienfaisance Concerten" engagieren sich Luxemburger Künstler für Flüchtlinge, statt Feststimmung zu verbreiten (16. Dezember, 19 Uhr). Allenfalls das dritte der Reihe, ausdrücklich "Chrestconcert" betitelt (19. Dezember, 16 Uhr), verbreitet mit Bach, Händel und Haydn unter Leitung von Pierre Cao einen Hauch an Festlichkeit. Thomas Hengelbrock und seine Ensembles allerdings bringen Bachs Weihnachtsoratorium mit - und damit echte Christfestmusik (7. Dezember).Es ist im Übrigen, ganz unfestlich, einfach gute Musik, mit der die Philharmonie im Dezember lockt. Auch wenn die Star-Orchester ausbleiben, hat man für Freunde der Sinfonik gesorgt. Das OPL präsentiert unter Juraj Valcuha und mit Mihail Pletnev am Klavier ein Rachmaninow-Programm (3. Dezember). Das Orchestre de Chambre macht sich unter David Reiland für Webern, Saint-Saëns und Beethovens Zweite stark (6. Dezember, 17 Uhr). Die Solistes Europeens liefern unter Christoph König ein Stil-Panorama von Vivaldi und Bach über Tschaikowsky und Strawinsky bis hin zu Sofia Gubaidulina (14. Dezember). Das Zürcher Kammerorchester und Pianist Fazil Say konzentrieren sich auf Wiener Klassik und haben unter anderem Beethovens 3. Klavierkonzert im Programm (2. Dezember). Und Emmanuel Krivine, im Sommer als OPL-Chef ausgeschieden, kommt mit seiner "Chambre Philharmonique" zurück und hat das Violinkonzert von Brahms (Patricia Kopatchinskaja) und dessen 3. Sinfonie im Gepäck (12. Dezember).Wer es im Dezember kammermusikalisch mag, wird gleichfalls bedient. Die "Rising Stars" sind mit dem Quatour Zaide und Musik von Mozart, Vierunelli und Bartok dabei (1. Dezember). Das Belcea Quartet kommt mit Haydn und Beethoven und von Thomas Larcher mit einer Auftragskomposition des Wiener Konzerthauses (10. Dezember). Die Amis de l'OPL veranstalten eine Matinee mit der seltenen Besetzung Viola, Horn und Klavier (13. Dezember, 11 Uhr). Pianist Piotr Anderszewski spielt Janacek, Bach und Bartók (15. Dezember). In der Reihe "On the border" breitet Cellistin und Sängerin Hildur Ingvarsdottir Guenadottir elektronische Landschaften aus (18. Dezember, 21 Uhr). Schließlich spielt Wolfgang Rübsam an der Philharmonie-Orgel ein Bach-Programm (13. Dezember).Der Höhepunkt kommt zum Schluss. Erst zwei Tage vor dem Fest der Feste (22. Dezember) lanciert die Philharmonie die Attraktion des Monats. Cecilia Bartoli und Roland Villazón liefern mit Mozart, Rossini, Bellini und Donizetti Belcanto-Glanz in Reinkultur. Wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist!Beginn der Konzerte, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten: 00352/2632 2632; Bus-Shuttle von Trier: 0651/96686432.philharmonie.lu