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Zurück zum Urklang: Weltmusik mit Büdi Siebert in der Trierer Tufa

Zurück zum Urklang: Weltmusik mit Büdi Siebert in der Trierer Tufa

Wie aus tiefem Einklang zwischen Musikern ein Erlebnis werden kann, das über das Hören hinausgeht, haben Pianist Matthias Frey und Multiinstrumentalist Büdi Siebert in der Tufa Trier gezeigt. Das Konzert des Weltmusikduos versetzte die Zuhörer in meditative Stimmung.

Trier. Matthias Frey streicht mit den Händen zart und rhythmisch über die Saiten des Flügels. Die metallischen Töne klingen nach Ostasien. Dazu setzt die Bassquerflöte von Büdi Siebert ein. Der Atem des Musikers und der ätherische, von Hall verstärkte Klang des Instruments entführen in ferne Weiten. Frey und Siebert breiten an diesem Abend einen ganzen Kosmos an Klangwelten aus, der stilistisch über alle Einordnungen erhaben ist. Er wird nur von melodiöser und rhythmischer Harmonie bestimmt, erzeugt von den Farben vieler, teils exotischer Instrumente wie Guzheng (chinesische Zither), Tontrommeln, Bambusflöten, Saxofone, Klavier und Keyboard.
Harmonie ist auch spürbare Ausgangsbasis dieser Musik. Versunken aufeinander lauschend, improvisieren Frey und Siebert von Anfang bis Ende, entwickeln ihre Stücke intuitiv. Damit folgen sie dem archaischen Prinzip vieler Völker, die ihre Musik nicht notieren. Beide spielen bereits seit 20 Jahren zusammen und haben sich im Laufe ihrer vielseitigen Karrieren eingehend mit Weltmusik befasst.
Matthias Frey gilt in diesem Metier als einer der kreativsten deutschen Musiker, gab Konzerte auf fast allen Kontinenten und erhielt Preise der deutschen Schallplattenkritik. Ausgezeichnet wurde er auch für seine Arbeit als Filmkomponist.
Büdi Siebert hat in 40 Jahren mehr als 80 Film- und Theatermusiken komponiert und mit dem indischen Perkussionisten Trilok Gurtu, mit Andreas Vol-lenweider, Ralf Illenberger und der tibetischen Sängerin Yungchen Lhamo konzertiert. Er war einer der Entdecker und Produzenten von BAP und hat fünf goldene und eine Platin-Auszeichnung für seine Arbeit erhalten.
Was Frey und Siebert in der Tufa bieten, ist eine Quintessenz ihrer Erfahrungen, eine Art elementare Urmusik. Sie scheint aus der Zeit gefallen, tut aber gerade deshalb dem Menschen der Jetztzeit gut. Die Zuhörer reagieren alle ähnlich, schließen die Augen, versinken in Träumen, entspannen sich. ae