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Zweite Heimat für Ring -Rocker

Zweite Heimat für Ring -Rocker

Der Schnee schmilzt - und bis zur Open-Air-Saison ist es nicht mehr lange hin. Der TV gibt eine Übersicht über neue Mammut-Festivals und kleine Preziosen - alles ist innerhalb von zwei Stunden von Trier aus zu erreichen.

Trier. Konkurrenz aus dem eigenen Lager? Das kommt auch mal in der Formel 1 vor. Der Emporkömmling löst den alten Helden ab - und der hat dann ausgedient. Oder fährt nur noch müde hinterher. So haben zumindest einige Rockfans die Ankündigung von Konzert-Veranstalter MLK interpretiert, neben Rock am Ring (7. - 9. Juni) in diesem Jahr ein zweites XXL-Festival auf die Beine zu stellen. Ausgerechnet am Hockenheimring, dem nicht so alten Rivalen der "grünen Hölle". Vom 16. - 18. August wird Rock\'n\' Heim über die Bühnen gehen. Schon die ersten Bestätigungen deuten an, dass da nicht nur ein kleiner Bruder für Rock am Ring ranwächst: System of a Down, Die Ärzte, Nine Inch Nails, Tenacious D oder Deftones - die hätte mancher "echte" Ringrocker auch gerne in der Eifel gesehen.
Ring-Rock im Doppelpack


MLK widerspricht aber heftig den Skeptikern, die mit dem neuen Festival düstere Wolken über dem Nürburgring aufziehen sehen. Der Veranstalter hatte in der Tat schon vor zehn Jahren ein zusätzliches Festival im August fest in der Planung, lange vor der Nürburgring-Krise. Im vergangenen Jahr gab es zudem die Premiere des Tages-Festivals Rock im Pott in der Schalke-Arena, das sich mit Rock\'n\'Heim einige der Bands teilen wird.
Für die Zukunft von Rock am Ring sprechen die Zahlen - und die Zuschauer. Das Festival mit über 80 Bands auf drei Bühnen ist die sicherste Nummer am darbenden Nürburgring. So hat das Open Air in diesem Jahr zwar sicher nicht das stärkste Programm aller Zeiten. Headliner sind unter anderem Thirty Seconds to Mars, The Killers, Green Day, The Prodigy und Seeed. Aber das legendäre Festival ist 28 Jahre nach der Premiere beliebt wie nie. Schon im Januar waren alle 80 000 Karten weg.
Für alle anderen Festivals gibt es aber noch Tickets. Etwa für das Rock-a-Field-Festival, das wie schon im Vorjahr an zwei Tagen knapp 20 000 Leute aufs Feld im luxemburgischen Süden bei Bettemburg ziehen wird. Es dürfte auch in diesem Jahr voll werden - nicht nur wegen Queens of the Stoneage, Seeed, Phoenix, Bloc Party, Kraftklub, Volbeat, The Bosshoss oder C2C. Das ist wieder bunt gemixt - das funktionierte in der Vergangenheit aber schon bestens. So war das R-a-F im vergangenen Jahr als bestes mittelgroßes europäisches Festival nominiert.
Das aus Sicht der europäischen Konzertveranstalter beste "neue Festival" gab\'s im Saarland zu erleben. Das Electro-Magnetic geht am Samstag, 6. Juli, in die zweite Runde. Schon vom Ambiente her - samt Lasershow in der Völklinger Hütte - ist es einmalig. Bisher dabei sind unter anderem Boys Noize, Karotte, Lexy & K. Paul und Wankelmut. Es gehört neben der etablierten Nature One (2. - 4. August, Kastellaun/Hunsrück) auch zu den größten Elektro-Festivals der Region.
Extra

Open Airs (Auswahl)Trier: Exhaus-Sommerbühne: Summer of Riesenlöve (15. Juni), Summerblast (22. Juni), Parkway Drive (27. Juni), Laith Al-Deen (5. Juli), Ska-Punk (Mad Caddies, 7. August). Bausendorf: Riez Open Air (26./27. Juli, 20 Bands, 2000 Zuschauer, u.a. Caliban und Madball). Losheim: Pur (30. August), Die Ärzte (31. August) Loreley: Muse (12. Juli). Raversbeuren: Lott (2. - 4. August). Bostalsee: Die Toten Hosen (22. und 23. Juni). Püttlingen: Rocco del Schlacko (10./11. August). AF