Ländlicher Raum: Ohne Nahversorgung wird es schwierig

Ländlicher Raum: Ohne Nahversorgung wird es schwierig

Mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Rheinland-Pfalz haben am Donnerstag in Kröv (Kreis Bernkastel-Witlich) über die Zukunft des ländlichen Raums diskutiert. Im Mittelpunkt des Forums "Ländlicher Raum" stand die Innenentwicklung der Dörfer.

(cb) Professorin Dr. Martina Klärle (Fachhochschule Frankfurt), die in Baden-Württemberg und Bayern Modellprojekte betreut, erläuterte die Bedeutung der Thematik, die durch die prognostizierte demografische Entwicklung an Brisanz gewinnt. Lange Zeit sei auf diesem Gebiet nichts passiert. "Jetzt merken wir die Folge", sagte sie.

Es sei, wie die Beispiele aus Bayern und Baden-Württemberg zeigten, aber immer noch Zeit entgegenzusteuern. "Aber wir müssen die Leute quasi daheim abholen und viel Öffentlichkeitsarbeit machen", sagte die Expertin, die in Zukunft auch in Rheinland-Pfalz verstärkt tätig werden soll.

Es gehe nicht darum, neue Baugebiete vollständig zu verbannen. Mit einer vernünftigen Marschrichtung sei es aber möglich mehr Leute dazu zu bewegen, im Ortskern zu bauen oder alte Bausubstanz zu nutzen. Vor allem müssten die Verfahren verkürzt werden. Professor Siegfried Englert, Staatsseketrätär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, sagte die Unterstützung des Landes zu.

Die Zukunft des ländlichen Raumes hänge aber auch von weiteren vernünftigen Rahmenbedingungen (Infrastruktur) ab. Ohne eine ortsnahe Versorgung beispielsweise sei es sowieso schwer, die Leute im ländlichen Raum zu halten." Die Stärke und Chance des ländlichen Raumes sind die Menschen", sagte Englert. Ihre starke Identifikation mit ihrer Heimat sei ein Schlüssel zum Erfolg.