1. Region

Land schließt Flüchtlingsunterkunft in Bernkastel-Kues 2023 schon wieder​

Neue Einrichtung am Flughafen : Land schließt Flüchtlingsunterkunft in Bernkastel-Kues 2023 schon wieder

Erst kürzlich haben die Diskussionen begonnen, wie viele Flüchtlinge in Bernkastel-Kues menschenwürdig untergebracht werden können. Nun gibt das Land bekannt, dass die Einrichtung schon 2023 nicht mehr genutzt werden soll. Eine neue Unterkunft gibt es dafür am Flughafen Hahn.

Ende April kommenden Jahres wird die Flüchtlingsunterkunft in Bernkastel-Kues schon wieder schließen. Auf dem Kueser Plateau hatte die Landesregierung zu Beginn des Ukraine-Krieges ein ehemaliges Hotel sowie eine große Tennishalle angemietet, um die steigenden Flüchtlingszahlen managen zu können. Kürzlich sind die ersten Menschen dort auch eingezogen. Vor Ort hatte es Protest in Form einer Petition gegeben, die sich vor allem gegen die menschenunwürdige Unterbringung in einer Tennishalle aussprach.

Wie nun bekannt wurde, wird die Unterkunft aber nur vorübergehend im Winter genutzt. „Die Außenstelle Bernkastel-Kues soll am 30. April 2023 aufgelöst werden“, teilte das rheinland-pfälzische Integrationsministerium am Dienstagnachmittag mit. Dann endet nach TV-Informationen auch der Mietvertrag. Die Außenstellen gelten als Notunterkünfte für die überbelegten Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (AfA) in Trier, Speyer, Hermeskeil und Kusel. Derzeit gibt eine Außenstelle in Bitburg und eben jene in Bernkastel-Kues.

Zuletzt hatte das Integrationsministerium einen Rekord bei den Flüchtlingszahlen in Rheinland-Pfalz vermeldet. Mit etwa 54.000 Menschen bis Ende November wurde bereits vor Jahresende der Wert von 2015 übertroffen. Weil man in der Regierung nicht damit rechnet, dass die Zahlen zurückgehen, baut das Land nun seine Kapazitäten am Flughafen Hahn aus.

Das Ministerium plane im Hunsrück eine Außenstelle für voraussichtlich 600 Menschen, heißt es. Die Vorprüfung sei positiv verlaufen. Bei Gesprächen mit dem Landkreis habe es erste Absprachen über regelmäßige Busshuttles zum Einkaufen gegeben. Bereits 2015 habe die Region eine Aufnahmeeinrichtung dort mitgetragen. Demnächst soll es eine Bürgerversammlung geben.

Durch den Ausbau der Kapazitäten des Landes versuche man den Kommunen Zeit zu verschaffen, um Wohnraum für die geflüchteten Menschen zu finden, sagte Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne). Flüchtlinge kommen in Rheinland-Pfalz zunächst in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes unter und werden im Anschluss auf die Kommunen verteilt. Das Land hatte dazu in diesem Jahr seine Aufnahmekapazitäten nach eigenen Angaben von 3300 auf 7450 Plätze mehr als verdoppelt.

Wie die in Summe 400 wegfallenden Plätze aus Bernkastel-Kues ab April 2023 aufgefangen werden sollen, blieb am Dienstag zunächst noch unklar. Das Land suche ständig nach weiteren Kapazitäten, heißt es aus dem Ministerium.