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Bildung
Land: Schreiben nach Gehör bleibt

FOTO: dpa / Jens Kalaene
Mainz. Das Bildungsministerium will die umstrittene Rechtschreibmethode nicht verbieten. Von Bernd Wientjes

Das Land sieht keine Notwendigkeit, die Methoden zum Erlernen der Rechtschreibung in den Grundschulen zu ändern.

Eine Studie der Uni Bonn kam zum Ergebnis, dass das  Lesen durch Schreiben, auch als Schreiben nach Gehör bekannt,  nachweislich zu vielen Rechtschreibfehlern bei Viertklässlern führt. Man werde die Studie prüfen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Ein Verbot der Methode Schreiben nach Gehör, wie etwa in Baden-Württemberg, sei nicht geplant. Eine Umfrage des Ministeriums im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass an 14 von 960 Grundschulen Rechtschreibung zunächst ausschließlich nach dieser Methode gelernt wird. In der Region waren das unter anderem die Grundschulen in Malborn (Bernkastel-Wittlich) und Mertesdorf (Trier-Saaburg). In vielen Schulen wird Schreiben nach Gehör neben anderen Methoden angewandt. In Trier und Trier-Saarburg war das im vergangenen Schuljahr an 43 Grundschulen der Fall. Man arbeite ständig daran, die Schreibkompetenz von Grundschulkindern zu verbessern, sagte der Ministeriumssprecher. So werde den Schulen ab dem kommenden Schuljahr ein verbindlicher Grundwortschatz zur Verfügung gestellt.

Der Philologenverband, der die Gymnasial- und Gesamtschullehrer vertritt, fühlt sich durch die Bonner Studie bestätigt. Die zum Teil schlechte Rechtschreibung rheinland-pfälzischer Schüler sei auf Schreiben nach Gehör zurückzuführen, weil sich dadurch „oft auch unbewusst variable und damit falsche Wortschreibungen“ einprägten, sagt Verbandssprecher Jochen Ring.

„Es besteht keine Notwendigkeit, die Methode zu verbieten“, sagt hingegen Klaus-Peter Hammer, Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW. Es gebe so gut wie keine Schulen, in denen sie angewandt werde. Ähnlich sieht das auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die von der Uni Bonn kritisierte Methode werde nur zu Beginn der Grundschulzeit eingesetzt. Man sollte den  Lehrern vertrauen. Der VBE ist gegen ein „einseitiges Verbot“ einer Methode.