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Land will Ukraine-Flüchtlingen Einstieg auf Arbeitsmarkt leicht machen

Flüchtlinge : „Wer in der Ukraine Bäcker ist, kann auch bei uns backen“

Der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Schweitzer lädt heute zu einem Chancengipfel ein, um die Möglichkeiten für die hier ankommenden Menschen auszuloten.

Die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine kämen nicht mit dem Gedanken, welchen Arbeitsplatz sie bekommen könnten, sagt der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD).

Das Erste, was für die vor Krieg geflohenen Menschen organisiert werden müsste, seien Unterkunft und Versorgung ebenso wie die Kinderbetreuung in Kita und Schule. „Während wir das organisieren, muss die Frage des Arbeitsplatzes mitgedacht werden“, sagte Schweitzer bei einem Gespräch mit unserer Redaktion. Er sei „zutiefst“ davon überzeugt, dass die Integration immer noch am besten über den Arbeitsmarkt funktioniere. „Menschen, die mit anderen Menschen zusammentreffen, KollegInnen kennenlernen, lernen schneller die deutsche Sprache.“

Zwar kämen die Menschen aus der Ukraine nicht, um zu bleiben. „Aber sie werden vermutlich lange bleiben müssen, wenn man sich den Kriegsverlauf anschaut. Sie bleiben länger, als sie sich das selbst vorgestellt haben.“

Um möglichst schnell die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sollten die Geflüchteten frühzeitig die Kompetenzerfassung der Bundesagentur für Arbeit nutzen und einen Beratungstermin vor Ort wahrnehmen, sagt Schweitzer. „Wir sind gerade mit der Agentur dabei, einen Informationsflyer in Deutsch und Ukrainisch aufzulegen, der die wichtigsten Informationen enthält. Flüchtlinge aus der Ukraine können direkt nach der Ankunft in Deutschland hier arbeiten, sobald sie ihren Aufenthaltstitel beantragt haben. Ab diesem Zeitpunkt kann die Bundesagentur für Arbeit die Menschen unterstützen, sie beraten und ihnen Sprachkurse vermitteln“, betont der Arbeitsminister. Um die Vermittlungen von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, habe er für diesen Freitag zu einem Chancengipfel eingeladen.

Mit am Tisch säßen die Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter, Sozialverbände und Weiterbildungsorganisationen. „Ich bin zuversichtlich, dass die Integration der Flüchtlinge auf dem rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt gelingen wird.“

Es bestehe zum Teil ein großer Fachkräftemangel, in vielen Branchen suchten Arbeitgeber händeringend Mitarbeiter. „Wer in der Ukraine Bäcker ist, kann auch bei uns backen. Wer IT-Experte ist, der kann wahrscheinlich direkt einen Job finden.“ Flüchtlinge, die bereit seien hier zu arbeiten, hätten sehr gute Chancen arbeiten zu können. Es dürfe aber nicht so laufen, wie 2015 bei den syrischen Flüchtlingen, die als Mediziner Taxi gefahren sind. „Wir brauchen Menschen, die mit ihrer Qualifikation in entsprechenden Jobs arbeiten. Die werden, so lange sie hier bleiben wollen oder müssen, ihr gutes Auskommen haben“, so Schweitzer.